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KINO: Im Schatten des Riesenrads

«Wonder Wheel» ist ein turbulent-tragikomisches Familiendrama von Woody Allen mit einer sensationellen Kate Winslet in der Hauptrolle.
Irene Genhart
Kate Winslet brilliert in Woody Allens Drama, das im Vergnügungspark Coney Island der 1950er-Jahre spielt. (Bild: Frenetic Films)

Kate Winslet brilliert in Woody Allens Drama, das im Vergnügungspark Coney Island der 1950er-Jahre spielt. (Bild: Frenetic Films)

Ginnys (Kate Winslet) grosse Liebe ist Humpty nicht. Doch Humpty (Jim Belushi) hat Ginny aus der Krise geholfen, als ihr Gatte sie Knall auf Fall verliess. Und Ginny hat Humpty über den Tod seiner Frau hinweggetröstet. So haust man Mitte der 1950er-Jahre in zweiter Ehe in einem ehemaligen Kuriositätenkabinett auf Coney Island. Der Vergnügungspark hat seine grossen Zeiten zwar hinter sich. Doch noch blinken durch Ginnys und Humptys Wohnzimmerfenster verlockend die bunten Lichter des Riesenrades, dem Woody Allens Film seinen Titel verdankt. Auch wenn Humptys Umgang mit Ginnys Sohn aus erster Ehe zuweilen barsch ist, kommt man zusammen gut über die Runden. Doch dann ist da der gut aussehende Strandwärter Mickey (Justin Timberlake), der von einer Karriere als Dramatiker träumt– er wendet sich zwischendurch auch direkt ans Kinopublikum. Ginny verfällt ihm und beginnt eine Affäre. Wovon Humpty nichts mitbekommt, weil seine Tochter Carolina (Juno Temple) auftaucht.

Es ist ein herrlich wirr-wildes Setting, das Woody Allen in «Wonder Wheel» entwickelt, und es verweist in vielem auf Allens frühere Werke. Auf seine verschmitzten Kleinganoven-Ko­mödien. Auf den unter einer Achterbahn auf Coney Island auf­gewachsenen Ich-Erzähler aus «Annie Hall». Auf Allens in Theaterkreisen spielenden Filme wie «Broadway Danny Rose» und «Bulletts Over Broadway». Und die Wahl des Schauplatzes schliesslich verrät eine sentimentale Nostalgie für Show und Magie, die man ähnlich in «Magic in the Moonlight» antrifft.

Komödie in glanzvollen Bildern

Tatsächlich aber ist «Wonder Wheel» ein turbulentes Familien- und Beziehungsdrama, das sich in der Begegnung von Ginny und Carolina fatal zuspitzt. Denn Carolina sucht nicht nur bei Humpty Schutz, sondern macht sich auch an Mickey heran und weckt Ginnys Eifersucht. «Wonder Wheel» lässt sich – vor allem wenn man die Nebenerzählung um Ginnys gern mit Feuer spielenden Sohn miteinbezieht – im Umfeld bekannter Stiefmutter-Tochter-Märchen ebenso verorten wie in moderner Patchwork-Familien-Thematik.

Man kann den Film aber auch als das nehmen, was er ist: Eine Komödie von Woody Allen, der, wie vielen Filmen des 82-Jährigen, zwar etwas Flüchtiges anhaftet, deren Geschehen Kameramann Vittorio Storaro aber in glanzvolle Bilder packte. Kate Winslet spielt Ginny sensationell. Und Jim Belushi, in den letzten Jahren vor allem im TV anzutreffen, ist in der Rolle des gutmütig-cholerischen Familienvaters eine tolle Wiederentdeckung.

Irene Genhart

Ab Donnerstag im Kino

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