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"Three Billboards Outside Ebbing, Missouri": Auf Trauer folgt Wut

Martin McDonagh liefert mit "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" ein Meisterwerk, das bei den Oscars 2018 als einer der Favoriten ins Rennen geht.
Federico Gagliano
Mit Werbeplakaten, sogenannten «Billboards», kämpft die Hauptdarstellerin für Gerechtigkeit. (Bild: Twentieth Century Fox)

Mit Werbeplakaten, sogenannten «Billboards», kämpft die Hauptdarstellerin für Gerechtigkeit. (Bild: Twentieth Century Fox)

Mildred Hayes (Frances McDormand) ist wütend. Ihre Tochter wurde vor sieben Monaten ermordet, doch die Polizei hat weder Spuren noch den Willen, den Fall weiterzuverfolgen. Also handelt sie: Auf der Strasse zu ihrem Haus stehen drei leere Werbetafeln, auf denen sie Plakate anbringen lässt, die den Sheriff der kleinen Gemeinde Ebbing Missouri an den Pranger stellen. Mildreds Kritik ist ein Funke, der sich schnell zum Flächenbrand ausbreitet.

Sheriff Willoughby (Woody Harrelson) geniesst nämlich nicht nur grosse Beliebtheit in seiner Gemeinde – er leidet auch an Krebs. Für Mildred kein Grund, ihn zu schonen – im Gegenteil. Ihr Rachefeldzug verwandelt sich in einen Wirbelsturm, der unvorhergesehene Auswirkungen für alle mitbringt, die damit in Berührung kommen. Dazu zählen ihr Sohn Robbie (Lucas Hedges), der die Sache am liebsten vergessen würde, oder der rassistische Deputy Dixon (Sam Rockwell), der den Angriff auf seinen Mentor Willoughby persönlich nimmt. Sie und alle anderen Bewohner scheinen auf den ersten Blick leicht durchschaubar zu sein – überraschen aber mit einer Tiefe, die sich erst nach und nach ergibt.

Verlust, Wut und Hoffnung als schwarzer Humor

Das gilt auch für den Film selbst: «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» nimmt in den ersten Minuten die Züge eines schweren Dramas an, später die eines Krimis – ist aber keines von beiden. Der Mord an Mildreds Tochter ist nur der Zünder für eine Geschichte über Verlust, Wut und Hoffnung, die den Zuschauer bis zum Schluss mit kleinen und grossen Wendungen auf Trab hält. Die Tragik der Situation kontert Regisseur Martin McDonagh mit einem für seine Filme («In Bruges», «Seven Psychopaths») charakteristischen schwarzen Humor. Kein Witz ist hier fehl am Platz: Die für den Oscar als weibliche Hauptdarstellerin nominierte McDonagh entschärft selbst die brutalsten Momente mit Situationskomik oder einer entwaffnenden Ehrlichkeit.

McDonagh filmisches Geschick wird ergänzt von einem grandiosen Cast, allen voran Frances McDormand als stoische Mildred. Meisterhaft schafft sie es, die brodelnde Wut ihrer Figur unter einer Schicht Trotz und Kühnheit zu verstecken. Trotzdem bleibt ihre innere Trauer in jeder Szene spürbar.

Eigenständig trotz Anlehnung an Cohen-Brüder

Woody Harrelson überzeugt als simpler Sheriff ebenfalls, wird aber von Sam Rockwell als Deputy Dixon überschattet, der noch nie zuvor eine solch verhasste Figur gespielt hat – und es doch schafft, Sympathie für ihn zu erzeugen. Selbst die Nebenrollen sind mit Schauspielern wie Peter Dink­lage («Game of Thrones»), John Hawkes («The Sessions») und Abbie Cornish («RoboCop») nicht nur stark besetzt, sondern hinterlassen trotz kurzen Szenen einen bleibenden Eindruck. Doch nicht nur die Figuren, auch der Film selbst hinterlässt beim Zuschauer seine Spuren. Mit seinen überraschenden Wendungen, scharfen Witzen und seinem starken Cast erinnert «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» an die besten Filme der Coen-Brüder, wahrt aber trotzdem eine eigene Identität, weil es sich trotz aller Tragik und Komik, oder gerade deswegen, immer authentisch und nie aufgesetzt anfühlt. An den Golden Globes wurde der Film gleich viermal prämiert: Der Film wurde als bester Film und für das beste Drehbuch ausgezeichnet, Frances McDormand und Sam Rockwell bekamen den Preis für die beste Hauptdarstellerin beziehungsweise für den besten Nebendarsteller.

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