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Kino, Artothek, Theater

Das alte Kinok in St. Fiden wird ab September als Theaterraum «für Experimente, Entstehungsprozesse und spontane Aktionen» genützt, geführt von einem siebenköpfigen Kollektiv. Über den Sommer werden die Räume umgebaut.
Brigitte Schmid-Gugler
Zwischen den Stühlen: Ein Teil des neuen Theaterkollektivs, Pierre Massaux, Nathalie Hubler und Thomas Fuhrer. (Bild: Urs Jaudas)

Zwischen den Stühlen: Ein Teil des neuen Theaterkollektivs, Pierre Massaux, Nathalie Hubler und Thomas Fuhrer. (Bild: Urs Jaudas)

Die alte Leuchtschrift liegt wie ein erlegtes Tier in der Ecke. «Apollo» ist endgültig hin und wird auch beim jüngsten Versuch, den Ort wiederzubeleben, nicht zu Diensten sein. Dabei würde es nicht nur poetisch klingen, sondern auch noch gut passen: Theater Apollo(n) – gilt der, der dem einstigen Programmkino, das sich bis heute Kinok nennt, den Namen gab, doch auch als Gott der Weissagung und der Künste – insbesondere der Musik, der Dichtkunst und des Gesangs.

Und nun also «Theater 111». Die dreistellige Zahl beziehe sich auf Beethovens letzte Klaviersonate – Opus 111, erklärt der Musiker Pierre Massaux, der neben Nathalie Hubler und Kathrin Bossard zur Kerngruppe des neuen Theaterprojekts gehört. Seit wenigen Wochen ist es definitiv. Im alten Kinok an der Grossackerstrasse, wo das eben erst gestartete Artothek-Projekt nach kurzer Zeit kläglich scheiterte, wird es ab September 2013 ein neues Theater geben. Noch sieht es im alten Kinok nach Baustelle aus. Die «überzähligen» Stühle stehen im kleinen Foyer, wo auch während des Theaterbetriebs wieder eine kleine Bar betrieben werden soll. Rechts führt eine kleine Treppe zum früheren Projektionsraum; dort verströmen die kleinen Öffnungen in der Wand gegen den Saal hin etwas Nostalgie. Ein grosser Kalender mit ersten Eintragungen hängt daneben, auf einem Streifen braunem Packpapier stehen unter Traktanden: «Budget» und «Einweihungsfest».

Neuartiges Konzept

Im einstigen Kinosaal wird die Anzahl der roten Polstersitze leicht reduziert, die Leinwand entfernt werden, an den Seitenwänden sind Farbmuster angebracht. Mit dem Einsatz von freiwilligen Helferinnen, Helfern und einem minimalen Budget werden die Räume renoviert; ausserdem müssen eine Beleuchtungs- und eine Tonanlage eingebaut werden. «Wir versuchen, die Kosten für den Umbau so niedrig wie möglich zu halten», über konkrete Zahlen zu sprechen sei noch zu früh, sagt Nathalie Hubler. Das Theater 111 soll nach einem neuartigen Konzept betrieben werden, und zwar werden Miete und Betriebszeiten unter dem inzwischen auf sieben Personen ausgeweiteten Theaterteam aufgeteilt. Alle Beteiligten können somit ihre eigenen Produktionen zur Aufführung bringen oder den Raum für Gastspiele an freie Gruppen weitergeben. Ob die Komplexität dieser Planung ohne allzu grossen Aufwand umsetzbar sein wird, wird sich zeigen.

Vielfalt als Ausgangsbasis

Das Konzept des Kollektivs lässt aufhorchen, denn schon die gänzlich unterschiedlichen künstlerischen Ausrichtungen der sieben Theaterleute könnten für Abwechslung sorgen. Die Schauspielerin Nathalie Hubler und der Musiker und Regisseur Pierre Massaux haben in der Vergangenheit unter anderem etliche Produktionen zu jüdischen Persönlichkeiten, meist im Keller der Rose, auf die Bühne gebracht. Die professionelle Figurenspielerin Kathrin Bosshard ist Gründerin des Theaters «Fleisch und Pappe»; Franziska Hoby gehört zur Compagnie Buffpapier, deren Stil dem Cabaret Grotesque zuzuordnen ist; Claudia Wirth gehörte früher zum Cabaret Sälewie und ist heute als Märchenerzählerin unterwegs; Joséphine François ist die eine Hälfte des Frauenduos «Bildhübsch», und der Schauspieler Thomas Fuhrer war an mehreren deutschsprachigen Bühnen engagiert und arbeitet heute freiberuflich. Das Kollektiv äussert sich enthusiastisch über den gemeinsamen Neuanfang, zumal die Auftrittsmöglichkeiten für freie Theatergruppen in St. Gallen nach wie vor prekär seien.

Man kann Vereinsmitglied werden unter www.th111sg.ch

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