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KINDERTHEATER: Von einer, die auszog, das Zaubern zu lernen

Wie aktuell Shakespeares «Sturm» sein kann, zeigt das Theater Bilitz Weinfelden in seinem neuen Stück «Die Insel». Raffiniert setzt es Henry Masons moderne Fassung um – das ist pure Poesie.
Agnes Caduff, Sonia Diaz und Roland Lötscher lassen mit raffinierten Requisiten der Fantasie freien Lauf. (Bild: Lukas Fleischer/PD)

Agnes Caduff, Sonia Diaz und Roland Lötscher lassen mit raffinierten Requisiten der Fantasie freien Lauf. (Bild: Lukas Fleischer/PD)

Abenteuer finden im Kopf statt. Das wissen Autoren, die Bücher oder Stücke für Kinder schreiben. Abenteuer sind aus Bildern und Tönen und Farben, sind wie Ausmalhefte, die jedes Kind auf seine Weise füllt. Henry Mason stellt solche Ausmalbücher auf die Bühne, und gern nimmt er Shakespeare als Vorbild, weil in Shakespeares Märchen all die Gefühle sind, die Kinder kennen.

Das Theater Bilitz hat für seine neue Produktion «Die Insel» gewählt, eines von Masons Ausmalbüchern. Und hat es als pure Poesie umgesetzt – so, dass an der Premiere nicht nur die Kinder «ah» und «oh» machten. Leuchtende Augen im ganzen Saal.

Aus dem Ochsner-Kübel wird ein Brunnenschacht

Unglaublich all die Geräusche, die drei Spieler auf der Bühne des Theaterhauses Thurgau erzeugen können: Wind und Wassertropfen, Menschenschritte, Tierlaute, das Knarzen einer Holztür. Der Turm des Königspalasts ist eine Bockleiter, der Sturm eine riesige Wolke aus dünner Folie, die Insel ist grün von Blumentöpfen und der Brunnenschacht ein Ochsner-Kübel – all die raffinierten Requisiten und Tonquellen lassen der Fantasie freien Lauf. Agnes Caduff, Roland Lötscher und Sonia Diaz reihen Bild um Bild auf eine Perlenschnur: Alles ist ineinander verwoben und bleibt doch klar erkennbar.

«Die Insel» erzählt von der Prinzessin Miranda, die auszieht, das Zaubern zu lernen. Denn als sie eines Morgens aufwacht, ist ihre Mutter verschwunden. Ihr Vater, König Leon, ist ebenso erstaunt, gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Königin Hermine. Jung und Alt fiebern mit und teilen ihr Abenteuer.

Der Wunsch ist der Hebel für den Zauber

Miranda und ihr Vater segeln der Mutter hinterher, die mit Herrn Tonio, dem königlichen Minister, in ein neues Leben aufgebrochen ist. Sie landen auf der Insel der Lieder und Träume, staunen über all den Zauber auf ihr, treffen auf den Luftgeist Ariel und den wunderlich gewandeten Einsiedler Caliban.

Ariel sagt zu Miranda: «Man muss auch träumen dürfen.» Und als Königin Hermine und Herr Tonio auf derselben Insel stranden, lehrt Ariel die Prinzessin das Zaubern: «Ohne Wunsch gibt es keinen Zauber – der Wunsch ist der Hebel.» Denn Miranda will ihre Mutter zurück.

Herrlich zuzusehen, wie die drei Spieler sich flugs von einer Figur in die nächste verwandeln, wie sie dies betonen und jenes in der Schwebe lassen. Denn sagt nicht Ariel zu Miranda: «Der Zauber, dass alles für immer so bleibt, der kostet das Herz.» Miranda lernt Dinge anzunehmen, die sich nicht ändern lassen.

Das Publikum klatscht und jubelt und jemand sagt: «Ich habe noch nie so gutes Kindertheater gesehen.» Alle Gefühle sind da: Trennung und Trauer, Verlorenheit, Schmerz und Sehnsucht. Und nirgends ein Zeigefinger. Eine wundersam magische Inszenierung von Eveline Ratering in Peter Hausers Bühnenbild und zu Daniel R. Schneiders Musik.

Dieter Langhart

dieter.langhart

@tagblatt.ch

Vorstellungen: Mi, 21.2., 15.15 Uhr/So, 25.2., 17.15 Uhr, Theaterhaus Thurgau, Weinfelden

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