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Kiki Smith zeigt das Tier im Menschen

Lesbar Kunst

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Petra Giloy-Hirtz: Kiki Smith: Procession, Prestel, 224 S., Fr. 69.–

Kiki Smith hält ihre tote Katze Ginzer im Arm. «Pietà» lautet der Titel der Collage. Ähnlichkeiten mit christlicher Ikonografie sind beabsichtigt, der Katholizismus ihrer Kindheit hat die Künstlerin nachhaltig geprägt. Es ist ein Werk, das für ihre thematische Hinwendung zum Tier und zur Natur Ende der 1990er-Jahre steht. Es ist zusammen mit vielen anderen Werken aus 30 Jahren künstlerischer Tätigkeit in der Publikation «Procession» abgebildet, die zur Retrospektive im Münchner Haus der Kunst erschienen ist (bis 3. 6.). Mehrere Aufsätze beleuchten Kiki Smiths Schaffen. Ihre Bildfindungen speisen sich häufig aus Märchen und Mythen: So entsteigt in der Bronzeskulptur «Rapture» eine Frau einem Wolf, ähnlich wie in Grimms Rotkäppchen. In einer ersten Schaffensphase in den 1980er-Jahren beschäftigt sich die Künstlerin vorwiegend mit der Verletzlichkeit des menschlichen Körpers, insbesondere des weiblichen. Ihre Vorbilder sind Eva Hesse und Louise Bourgeois. Dies trägt Kiki Smith den Ruf einer feministischen Künstlerin ein – eine Schubladisierung, die ihrem überaus vielseitigen Schaffen nicht gerecht wird.

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Harald Kunde: Neo Rauch. Dromos, Hatje Cantz, 144 S., Fr. 34.–

Neo Rauch malt eine verlorene Welt

Als Neo Rauch in den 1980er-Jahren in Leipzig an der Kunsthochschule studiert, ist Deutschland noch ein geteiltes Land. Der damals verordnete sozialistische Realismus, die DDR-Farbpalette gebrochener Braun- und Grüntöne – diese heute verlorene Welt klingt noch in den Gemälden von 2017 an. Die Publikation «Dromos» setzt 1993 ein, mit der ersten Galerieausstellung Rauchs in Leipzig. Sie ist begleitend zu seiner grossen Retrospektive im Museum de Fundatie im niederländischen Zwolle erschienen (bis 3. 6.). Neben zahlreichen Abbildungen und kunsthistorischen Texten enthält der Band auch ein Interview mit dem Künstler: «Kunst sollte dem Betrachter den Abgrund zeigen und ihn dann umarmen und ihn zurückführen in gesicherte Gefilde», sagt Neo Rauch. Der Hauptvertreter der Neuen Leipziger Schule selbst gesteht in seinen geheimnisvollen Gemälden, die zwischen Traum und Wirklichkeit angesiedelt sind, dem Betrachter wenig festen Boden unter den Füssen zu.

Christina Genova

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