Kultur

Kein Geld mehr für «Sennentuntschi»

Der Film «Sennentunschi» von Michael Steiner entwickelt sich mehr und mehr zum finanziellen schwarzen Loch. Nun ziehen die Geldgeber die Konsequenzen und wollen keine Mittel mehr investieren.

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Der Horror-Film um die Puppe der Sennen, die dann einen mörderischen Rachefeldzug unternimmt, bleibt für Regisseur Michael Steiner ein Finanz-Monster. Fast 133 000 Zuschauer lockte der Leinwand-Thriller "Sennentuntschi" bisher in die Kinos. Eigentlich ein Erfolg.

Doch damit können die für Schweizer Verhältnisse gigantischen Produktionskosten von rund 6 Millionen Franken bei weitem nicht gedeckt werden. Retter und Constantin-Chef Bernhard Burgener investierte mit seiner Firma 3,4 Millionen Franken in das Projekt und in Steiners Produktionsgesellschaft Kontraproduktion AG - und hoffte damals, rund 1,8 Millionen Franken in Form von noch ausstehenden Fördergeldern wieder hereinzubekommen; sie würden fällig, sobald der Film fertig gestellt sei.

Zusatzsubventionen von Bund, Zürcher Filmstiftung und Schweizer Fernsehen seien zwar noch nicht gesichert, aber die Subventionsgeber hätten ihre Bereitschaft gezeigt, sagte Burgener vor einem Jahr an einer Medienkonferenz. Doch auf den ersehnten Zustupf müssen die Macher verzichten: "Obwohl das Schweizer Fernsehen Ko-Produzent des Filmes ist, gibt es definitiv keine Nachfinanzierung für Sennentuntschi ", sagt Urs Fitze gegenüber der Zeitung "Der Sonntag".

Film an SRG vorbeiproduziert

Der Leiter Koordination TV bei der Generaldirektion SRG spricht Klartext: "Wir wurden weder in die Entstehung des Filmes noch in die Fertigstellung involviert, wie dies der Vertrag vorschreibt. So fand die vertraglich vereinbarte Rohschnittabnahme erst am 1. September 2010 statt - also nur drei Wochen vor der Filmpremiere. Zu einem Zeitpunkt, als am Film keine wesentlichen Änderungen mehr vorgenommen werden konnten", sagt Fitze. "Mit andern Worten, der Film wurde an uns vorbei produziert; wir konnten praktisch keinen Einfluss nehmen." Bei der Zürcher Filmstiftung tönt es nicht anders. Dies wollen die Produzenten nicht kampflos akzeptieren: "Mit diesen Entscheiden sind wir überhaupt nicht einverstanden", sagt "Sennentuntschi"-Filmmusiker und Mitarbeiter der Kontraproduktion AG Adrian Frutiger. "Die Sache ist für uns noch nicht abgeschlossen, denn wir haben sämtliche Auflagen erfüllt und sollten nun deshalb auch die Gelder erhalten." Derzeit seien alle Unterlagen bei einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Frutiger: "Wir sind zuversichtlich, dass wir nach dieser Prüfung, doch noch zu unserem Geld kommen.