Kein blosses Lockmittel

ST. GALLEN. Ein Höhepunkt des St. Galler Cantars-Tages ist sicher das Konzert mit dem Collegium Vocale unter Domkapellmeister Hans Eberhard. Gesungen werden eine Messe und das Te Deum von Johann Gustav Eduard Stehle (1839–1915), einem Vorgänger Eberhards im Amt.

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ST. GALLEN. Ein Höhepunkt des St. Galler Cantars-Tages ist sicher das Konzert mit dem Collegium Vocale unter Domkapellmeister Hans Eberhard. Gesungen werden eine Messe und das Te Deum von Johann Gustav Eduard Stehle (1839–1915), einem Vorgänger Eberhards im Amt. Stehle gilt als Gründer des heutigen Domchores und ist ein wichtiger Komponist der damaligen innerkirchlichen Reformbewegung des Cäcilianismus. Franz Liszt lobte Stehles Messe als eines der «gediegensten Werke» geistlicher Musik. Mit der Aufführung dieser Werke setzt Hans Eberhard seinen Einsatz für St. Galler Komponisten im Rahmen der Dommusik fort. «Es ist wichtig, den historischen Draht nicht zu verlieren», sagt er. Eine wichtige Aufgabe von Kirchenmusik sei es «Menschen in jeder Distanz zur Kirche zu erreichen». Die grosse Bandbreite heutiger Musik in der Kirche könne ganz verschiedene Menschen ansprechen. Kirchenmusik sieht der Domkapellmeister aber nicht unabhängig von der religiösen Botschaft. «Kirchenmusik darf nicht instrumentalisiert werden, im Sinn, dass man sie als einfaches Lockmittel missbraucht.»