Kayankayas Fünfter

LESBAR KRIMI Bald öffnet in Frankfurt die Buchmesse ihre Tore, sie ist einer der Schauplätze in Kemal Kayankayas fünftem Fall.

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LESBAR KRIMI

Bald öffnet in Frankfurt die Buchmesse ihre Tore, sie ist einer der Schauplätze in Kemal Kayankayas fünftem Fall. Vor zehn Jahren hat Jakob Arjouni den Privatdetektiv das letzte Mal ermitteln lassen, jetzt ist er, wie sein Schöpfer, zwar älter und ruhiger geworden, sieht die Welt aber immer noch mit der gebotenen Ironie. Diese Welt aber ist bevölkert von einer unbotmässigen Tochter samt eigenartiger Familie, einem seltsamen Schriftsteller – und ganz viel komischem Multikulti.

Jakob Arjouni: Bruder Kemal, Diogenes, 223 S., Fr. 29.90

Geschickt verknüpft

Schleppend nur kommt dieser «Fall für Berlin und Wien» in Gang, doch dann nimmt er Fahrt an, und man liest ihn zunehmend gespannt. In bewährter Zusammenarbeit lassen Claus-Ulrich Bielefeld und Petra Hartlieb ihre Kommissare Anna Habel in Wien und Thomas Bernhardt in Berlin zuerst getrennt und dann gemeinsam ermitteln. In Österreich ist ein Biowinzer ermordet worden, in Deutschland ein Edelwirt, im Hintergrund steht ein weit zurückliegender Terrorakt. Was hier etwas unwahrscheinlich wirkt, wird geschickt verknüpft – und mit einer durchaus passablen Prise erotischem Hin und Her gewürzt.

Bielefeld & Hartlieb: Bis zur Neige. Ein Fall für Berlin und Wien, Diogenes, 471 S., Fr. 26.90

Tatort Tel Aviv

Es ist, man verzeihe den Ausdruck, Dutzendware, die Katharina Höftmann in «Die letzte Sünde» präsentiert. Kommissar Rosenthal ermittelt in Tel Aviv, es geht um eine junge Frau, die nebenher als Edelnutte tätig ist und ermordet wurde. Ein wenig irrt Rosenthal umher, immer wieder geht es um seine erotischen Abenteuer – die aber mit dem Fall herzlich wenig zu tun haben.

Katharina Höftmann: Die letzte Sünde, Aufbau, 287 S., Fr. 16.90

Rolf App