Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kaum Technik zum Verstecken

In der Reihe «Heimspiel» der Kellerbühne ist am Mittwochabend die «Oper im Knopfloch» zu Gast. Sie zeigt in einer Wiederaufnahme die Produktion «Der Bär» von William Walton unter der Regie von Matthias Flückiger.
Martin Preisser
Oper zum Anfassen machen Bariton Michael Raschle, Regisseur Matthias Flückiger und Mezzosopranistin Rosina Zoppi. (Bild: Jonny Schai)

Oper zum Anfassen machen Bariton Michael Raschle, Regisseur Matthias Flückiger und Mezzosopranistin Rosina Zoppi. (Bild: Jonny Schai)

Schauspieler Gustav Knuth hat seine Memoiren mit «Ein Lächeln im Knopfloch» betitelt. Die Sängerin Rosina Zoppi nennt ihre Idee «Oper im Knopfloch», die es seit 2000 gibt. «Schlichte Kostüme statt grosser Roben, Phantasie und raffinierte Bescheidenheit statt aufwendiger Bühnenbilder, ein Klavier oder einige wenige Musiker statt eines Opernorchesters, erschwingliche Eintrittspreise statt teurer Opernkarten.» So definiert sich «Oper im Knopfloch kurz und bündig auf ihrer Website. Kompakte, kurze Opern, darunter viele Trouvaillen, Nähe zum Publikum, kaum Technik, hinter der sich die Sängerinnen und Sänger verstecken könnten, Intimität, Opera unplugged sozusagen, das sind die Markenzeichen.

«Die Figuren müssen leben»

Eine dieser Trouvaillen ist die Oper «Der Bär» des englischen Komponisten William Walton nach einem Stück von Anton Tschechow. 2011 von der «Oper im Knopfloch» realisiert, kommt das Stück jetzt nach St. Gallen. Der hiesige Regisseur Matthias Flückiger hat diese russische Komödie inszeniert. Ihn reizt die Authentizität, die eine Oper ohne Schnickschnack und ganz nah beim Zuschauer braucht, um anzukommen. «Bei <Oper im Knopfloch> sieht man alles. Umso mehr müssen die Figuren wirklich leben und miteinander spielen. Nur perfekter Gesang genügt nicht», sagt Flückiger. «Die Sängerinnen und Sänger müssen genau wissen, was sie singen, sie sind schauspielerisch gefordert. Hier brauche ich spielfreudige Leute.»

Auch Bariton Michael Raschle, ein gebürtiger Herisauer, liebt die Arbeit im intimen Opernrahmen. «Hier darf und muss ich völlig auf die Musik zugehen, keine Technik lenkt mich ab. Aber es braucht auch viel Konzentration, weil wir immer im Einsatz sind.» Die relativ kurze Walton-Oper, die mit einem kleinen «Orchester» aus Klavier, Klarinetten, Cello und Schlagzeug auskommt (Leitung: Charl de Villiers), hat Matthias Flückiger mit dem Originaltext von Tschechow geschickt verwoben. Die englischsprachige Oper wird durch die Schauspielelemente quasi während des Spiels ins Deutsche übersetzt. «Die Verständlichkeit der Opernhandlung ist auch ein wichtiges Kriterium unserer Arbeit», unterstreicht es die künstlerische Leiterin der «Oper im Knopfloch», Rosina Zoppi, die in Waltons «Bär» die Madame Popowa singt und spielt.

Auf Tuchfühlung

Pointiert, überspitzt, unterhaltsam sei das Tschechow-Stück um Geld und Liebe, sagt Matthias Flückiger, der das dritte Mal bei der «Oper im Knopfloch» Regie führt. Opernsänger, die sich auch zum spritzigen Schauspiel verführen lassen, ein kompaktes Stück unbekannter Musik, eine Inszenierung, bei der das Publikum richtig auf Tuchfühlung mit dem Operngeschehen und ihren Protagonisten gehen kann, das bietet «Der Bär». Oper in der Kellerbühne? Für die «Oper im Knopfloch» eben kein Problem.

Mi, 5.6., Kellerbühne St. Gallen, 20 Uhr; Fr, 7.6., Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr; So, 9.6., Schloss Wartegg (Rorschacherberg), 17 Uhr

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.