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Oper: «Käuflich ist alles neuerdings in Rom»

Ein Mordfall aus der Renaissance dient Berthold Goldschmidt als Vorlage für die Oper «Beatrice Cenci». Seine Umsetzung in Bregenz durch den Regisseur Johannes Erath und die Bühnenbildnerin Katrin Connan ist eindrücklich.
Rolf App
Schauspielerisch und stimmlich überzeugend: Gal James in der Hauptrolle als Beatrice. (Bild: Karl Forster)

Schauspielerisch und stimmlich überzeugend: Gal James in der Hauptrolle als Beatrice. (Bild: Karl Forster)

Die Geschichte ist wahr – und äusserst brutal. Im Rom der Renaissance treibt Graf Francesco Cenci sein Unwesen. Gedeckt von der allmächtigen Kirche lässt er morden und führt einen lasterhaften Lebenswandel. Am stärksten unter seiner Brutalität leiden seine Angehörigen. Die Söhne lässt er umbringen, nachdem sie sich beim Papst beschwert haben. Das ist für die Tochter Beatrice und ihre Stiefmutter Lucrezia der letzte Anstoss. Sie lassen ihn ermorden – und landen nun selber vor Gericht. Dieses aber kennt kein Erbarmen.

Was jetzt in der Inszenierung von Johannes Erath zur Eröffnung der diesjährigen Bregenzer Festspiele am Mittwochabend im Festspielhaus Premiere hatte, ist vor fast siebzig Jahren entstanden. Berthold Goldschmidt hat «Beatrice Cenci» 1949 komponiert, doch erst 1988 ist die Oper konzertant uraufgeführt – und dann wieder vergessen worden.

Beatrice, verloren und stark zugleich

Zu Unrecht. Musikalisch malt Goldschmidt in dunklen, spätromantischen Farben. Über weite Strecken dominiert im ersten Teil das schwere Blech, etwas zäh fliesst die Musik, während Francesco Cenci triumphiert und stürzt. Dann, nach der Pause, wird sie heller und lichter. Berückende Melodien und eine zarte Instrumentierung erzählen von Beatrices innerer Wandlung, wie sie dem Tod entgegengeht, und von einer Stärke, die sie in der Verlorenheit des Kerkers in sich spürt.

Diese Beatrice, dargestellt von Gal James, hat ein besonderes Format mit ihrer stimmlichen Ausdrucks- und ihrer Darstellungskraft. Ihr Selbstbewusstsein treibt den von Christoph Pohl brutal-lustvoll gespielten Francesco Cenci auf die Palme. Alles beherrscht er, nur seine Tochter entgleitet ihm. An sie verliert er auch seine Gemahlin Lucrezia (Dshamilja Kaiser) und den Sohn Bernardo (Christina Bock).

Die Bühne als Palast und Kerker

Johannes Erath findet für das Drama eindringliche Bilder – zusammen mit der Bühnenbildnerin Katrin Connan und der Kostümbildnerin Katharina Tasch. Die Bühne, das ist ein ausgeschnittener Halbkreis, dessen Tiefe sich in eine Kirche, einen Palast oder einen Kerker verwandeln lässt.

Immer wieder lässt Katrin Connan jenes Gold glitzern, auf das Francesco Cencis Macht fusst. Es findet sich an seinen Händen und an seinem Geschlechtsteil, und in jenen Glaskästen, in denen die katholische Kirche die Gebeine ihrer Heiligen aufzubewahren pflegt. Denn «käuflich ist alles neuerdings in Rom», singt der Prälat Orsino (Michael Laurenz). Nur Beatrice Cenci ist es nicht.

Weitere Aufführungen am 22. und 30. Juli

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