Katastrophen

LESBAR SACHBUCH

Bruno Knellwolf
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Bild: Bruno Knellwolf

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LESBAR SACHBUCH

Die Wissenschaftsjournalistin Elizabeth Kolbert erzählt von einer Art, die noch keinen Namen hat, aber die Fähigkeit besitzt, Dinge zu benennen. Die Lage dieser vor 200 000 Jahren neu auftauchenden Spezies ist prekär, wie bei jeder jungen Art. Ihre Population ist klein, und ihr Lebensraum beschränkt sich auf ein überschaubares Gebiet in Ostafrika. Die Mitglieder dieser Spezies sind weder sonderlich schnell oder stark noch besonders fruchtbar. Aber sie sind ausgesprochen findig. Nichts kann sie aufhalten, überall wo sie hinkommen, passen sie sich an. In Europa treffen sie auf ein ähnliches Lebewesen, die Neandertaler. Mit denen paaren sie sich oder vernichten sie. Der Homo sapiens erobert die Welt. Seine Population verdoppelt sich laufend. Schliesslich bringt er die gesamte Biosphäre durcheinander. Immer mehr Arten sterben unter der Dominanz des Homo sapiens aus.

Noch nie zuvor hat eine Spezies so stark in das Leben auf der Erde eingegriffen, schreibt Kolbert. Allerdings hat es solch grosse Massensterben schon fünfmal gegeben und sie schreibt nun vom sechsten Sterben. In ihrem Buch zeigt sie sowohl das Faszinierende als auch das Schreckliche daran, und zwar auch an Beispielen: an Mastodontenzähnen, Pinguinen oder Ammoniten.

Elizabeth Kolbert: Das sechste Sterben, Suhrkamp Verlag 2015, 312 S., Fr. 35.90

Multitasker

Man kann über dieses anscheinend für viele unverzichtbare Multitasking fluchen und sich darüber ärgern, dass Menschen miteinander sprechen, gedanklich aber schon einen Schritt weiter sind und gleichzeitig noch auf das Smartphone blicken. Denn Zuhören sei der erste Schritt zu richtigen Entscheidungen, schreibt Bernd Hufnagel. Die Unfähigkeit, sich auf nur eine Sache konzentrieren zu können, werde in unserer Arbeitswelt zunehmend zum Problem. Viele Menschen arbeiten nicht mehr hirngerecht. Das hat mit Multitasking zu tun und fördert psychische Erkrankungen, die Belastbarkeit nimmt ab, Stress und Burn-out sind die Folge – und das in gesellschaftlichem Wohlstand.

Bernd Hufnagl: Besser fix als fertig, Molden Verlag, 208 S, Fr. 31.90

Bild: Bruno Knellwolf

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