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KARTAUSE ITTINGEN: Alte Schätze neben Neuzugängen

Das Kunstmuseum Thurgau präsentiert Werke aus seiner Sammlung passend zum Ittinger Jahresthema «Wasser». Und zeigt, was es an zeitgenössischer Kunst im vergangenen Jahr angeschafft hat.
Dieter Langhart
Blick in die Sammlungsausstellung «Neue Kollektion» samt Doppelmeter: Max Konrad Ammann «Hay’s Wharf», 1998; Bernhard Schiesser «(4x4) Mehr als die Summe der Teile», 2014 (Ausschnitt). (Bild: Dieter Langhart)

Blick in die Sammlungsausstellung «Neue Kollektion» samt Doppelmeter: Max Konrad Ammann «Hay’s Wharf», 1998; Bernhard Schiesser «(4x4) Mehr als die Summe der Teile», 2014 (Ausschnitt). (Bild: Dieter Langhart)

Man möchte beinah meinen, der an der Wand lehnende Doppelmeter gehöre zu Bernhard Schiessers Bilderserie «Mehr als die Summe der Teile». Sie hängt im Gang neben Max Konrad Ammanns wuchtigem Ölbild «Hay’s Wharf» und ist Teil der neunten Sammlungsausstellung «Alles fliesst». Aber noch ist nicht Vernissage im Kunstmuseum Thurgau, noch fehlen einige Werkangaben, noch sucht Direktor Markus Landert nach einer plausiblen Ausdeutung für eine Installation Florian Germanns.

Sie gehört zur zweiten Ausstellung, die ebenfalls morgen eröffnet. «Neue Kollektion» stellt die Neuerwerbungen der Ankaufskommission der letzten drei Jahre vor. Der Regierungsrat gewährt jährlich 100000 Franken aus dem Lotteriefonds für Ankäufe von Werken Thurgauer Kunstschaffender und fördert so die Kunst im Kanton.

«Verpflichtung, mit der Sammlung zu arbeiten»

Die zwei Ausstellungen in der Kartause Ittingen ergänzen einander vorzüglich. Zu «Neue Konstellation» gehören etwa zarte Aquarelle von Cécile Hummel mit Haien und einem Blauwal. Sie würden motivisch ebenso gut passen zu «Alles fliesst», aber weit entfernt hängen sie ja nicht im ehemaligen Kloster.

Auch Ittingen definiert sich, wie jedes Kunstmuseum, durch seine Sammlung – laut Markus Landert «eine Verpflichtung, damit zu arbeiten». Stolz erwähnt er die rund 32000 Besucher, die sich 2017 die Ausstellungen angesehen haben, das vergangene Jahr war eines der besten bisher. Landert liebt die riesige Installation «Loop» von Bildstein | Glatz zwischen Parkplatz und Kartause. Sie polarisiere auf gute Art, weil sie all die Kontroversen der zeitgenössischen Kunst in sich vereine. Eine handle davon, was denn ein Objekt sei. «Auch ein Ölbild an der Wand ist dreidimensional, also ein Objekt», sagt Landert und zeigt auf Werke von Karin Schwarzbek. Diese Künstlerin hängt Bilder an die Wand, sie löst aber auch eines aus der Senkrechten und legt es auf einen Quader im Raum.

Klassische Malerei und melancholische Denker

Und im selben Raum liegen Objekte von steffenschöni als «RAW Material» aus vergangenen Projekten: ein archäologisches Feld, Monitore oder Kameras aus Gips, Schaufeln und Bücher. Und gleich daneben hängt eine andere Wirklichkeit an der Wand: Willi Oertigs Interieur eines TGV-Waggons.

Viel klassische Malerei ist zu sehen, von Christian Lippuner oder Urs Graf, Ray Hegelbach, Kerstin Schiesser oder Sarah Hugentobler. Viel stille Fotografie ist zu sehen: Beispiele von Meinrad Schades Reportagen aus Kriegsgebieten, diesmal Palästina und Israel – und vor allem eine wunderbare Serie von Künstlerpor­träts von Franziska Messner-Rast, die sich durch die Ausstellung zieht. Die gebürtige St. Gallerin ist Mitglied des Thurgauer Forums andere Musik und hat bekannte Künstler porträtiert: Ionesco, Dürrenmatt, Loetscher. In Schwarzweiss und stets dem Thema Mensch verpflichtet. Neben ihnen sind in der Kartause Willi Oertig und Ute Klein zu sehen, Ferdinand Gehr und Hans Krüsi, Rachel Lumsden und Jürg Schoop – als melancholische, aber aufmerksame Denker.

In «Alles fliesst» tropft Roman Signers Kommentar auf die Mediengesellschaft neben Joseph Kosuths Wasserzitaten; da hat Muda Mathis Erstkommunikanten im Becken fotografiert und F. H. Thommen das «Regenlicht am Untersee» festgehalten. Aber über allem thront Alexan­dre Calames wuchtiges Ölgemälde «Cours de l’Aaar» von 1851.

Dieter Langhart

dieter.langhart@tagblatt.ch

Vernissage: Fr, 19.1., 19 Uhr kunstmuseum.ch

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