Kammgarn wird zum Zentrum des Jazz

Alljährlich im Mai pilgert die Jazzszene nach Schaffhausen. Das dortige Festival funktioniert erfolgreich als Werkschau des einheimischen Schaffens und findet ab Mittwoch zum 25. Mal statt.

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Vier Festivalabende mit zehn Bands aus allen Landesteilen: Das Konzept des Schaffhauser Jazzfestivals hat sich seit der Gründung vor 25 Jahren kaum verändert. «Unser Erfolgsrezept ist, dass wir der Szene verpflichtet sind», sagt Urs Röllin, der das Festival 1990 mit Hausi Naef gegründet hat und seither programmiert. Im Bestreben, das aktuelle Jazzschaffen in der Schweiz auf die Schaffhauser Kammgarn-Bühne zu bringen, programmieren Röllin und Naef einen Mix aus Newcomern und gestandenen Namen mit neuen Projekten. «Unsere Werkschau ist inhaltlich orientiert und nicht kommerziell», betont Röllin.

Neue Projekte

Die Jubiläumsausgabe eröffnet Sängerin Elina Duni, die vor fünf Jahren in Schaffhausen als Newcomerin antrat. Mittlerweile hat die Wahlbernerin albanischer Herkunft eine beachtliche Karriere gestartet.

Ähnliches lässt sich vom Zürcher Pianotrio Rusconi sagen und im besonderen vom Berner Vokalisten Andreas Schaerer. Mit seinem Sextett Hildegard Lernt Fliegen füllt er europaweit Konzertsäle. In Schaffhausen stellt er ein neues Projekt mit dem Basler Saxophonquartett Arte und Bassist Wolfgang Zwiauer vor.

Wohlbekannt für ihre schrägen und kraftvollen Töne sind der Luzerner Gitarrist Christy Doran und der Bieler Holzbläser Lucien Dubuis. Doran hat sein Quartett New Bag neu besetzt, Dubuis «verstärkt» sein Trio um vier Streicherinnen. Auch das Quartett Explo 3000 des Zürcher E-Bassisten Herbie Kopf reist mit neuem Klangmaterial nach Schaffhausen.

Grosse Töne

In der Deutschschweiz noch zu entdecken ist der 30jährige Genfer Pianist Gabriel Zufferey. In Schaffhausen spielt er ein Solokonzert. Das junge Berner Quartett Bash hat den Credit Suisse Förderpreis Jazz 2013 gewonnen. Es wartet mit Besonderem auf: der Vertonung des Comics «The Number» des Zeichners Thomas Ott.

Grosse Töne sind von zwei Ensembles zu erwarten, die die Kammgarn-Halle zum Beben bringen werden. Der Pianist Roberto Domeniconi tritt mit dem Orchester «Der grosse Bär» auf. Weil auch Schweizer Jazz immer mehr mit Berlin verbandelt ist, reist von dort das Ensemble «Lauer Large» des Posaunisten Johannes Lauer an. Gut ein Viertel der 16 Musizierenden stammen aus der Schweiz. (sda)

25. Schaffhauser Jazzfestival: Mi, 14. bis Sa, 17.5., www.jazzfestival.ch

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