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Ensemble Montaigne im Neubad: Kammermusik aus dem All und zurück

Fünf Stücke, fünf Uraufführungen: Das Ensemble Montaigne bot einen Kammermusik-Abend voller neuester Musik. Alle Stücke waren erst kürzlich von den Montaigne-Mitgliedern komponiert worden – sehr individuell war daher die klangliche Palette.
Katharina Thalmann
Ensemble Montaigne beim letztjährigen Auftritt im Burgbachkeller Zug, wo das aktuelle Programm am Sonntag wiederholt wird. (Bild: Maria Schmid)

Ensemble Montaigne beim letztjährigen Auftritt im Burgbachkeller Zug, wo das aktuelle Programm am Sonntag wiederholt wird. (Bild: Maria Schmid)

Die Rahmenbedingungen waren für alle gleich: Zur Verfügung standen vier Instrumente – Oboe, Es-Klarinette, zwei Violinen. Der Cellist Felix Schüeli komponierte mit «Sternenstaub» ein bildhaftes Quartett. Darin zeigte er keine Scheu vor klarer Tonalität: Die Es-Klarinette – eine eher selten gesehene kurze Klarinette mit grossem Tonumfang – spielte Akkordbrechungen zu sphärisch tremolierenden Violinen, ehe das Gefüge chromatisch wurde und sich in himmelhohen Sphären verlor. Der kleine Prinz kam einem in den Sinn – oder Brian Enos Ambient-Album «Apollo».

Ähnlich programmatisch ging es weiter, nun jedoch auf der Erde: Die Flötistin Johanna Wetzel vertonte den Rubikwürfel, dieses knifflige Farbenspiel. «Rubik» für Es-Klarinette und Oboe exponierte mehrere kontrastierende Teile, die Komponistin ordnete den Würfelfarben Töne zu. Trotz des restriktiv gehandhabten Tonmaterials klang «Rubik» ebenso verspielt wie ernst – das Würfelspiel kann ja wirklich diffizil sein, und diesen spielerischen Zugang transportierten auch das Duo aus Peter Vögeli (Oboe) und Nicola Katz (Es-Klarinette).

Zwei Violinen weit auseinander

Abstrakter wirkte nach den zwei illustrativen Stücken Andreas Brenners «Zwei Violinen (Arabeske – Doppelkadenz)». In diesem kreisenden, suchenden Duo ging es «nicht um Entwicklung, sondern um Versenkung». In der Tat entwickelten Claudia Kienzler und Vlad Pescaru mit ihren Violinen einen packenden Sog; mehrmals setzte das Stück im Unisono neu an, um die beiden Stimmen in weiten Intervallen sich ihre Wege bahnen zu lassen. Kienzler und Pescaru standen recht weit voneinander entfernt, sodass den einzelnen Linien mit dem Ohr gefolgt werden konnte. Noch mehr Distanz hätte die attraktiven Raumverhältnisse des Neubad-Pools extremer genutzt und den Stereo-Effekt noch verstärkt.

Ironische Bescheidenheit versprach der Titel von Peter Vögelis Komposition «Neun kurze Studien für vier kleine Instrumente». Denn in der Tat war das Instrumentarium des Quartetts physisch klein. Die nachdenklichen bis witzigen Miniaturen verwoben die vier Stimmen zu Müsterchen aus eher kurzen Phrasen. Die Instrumente wurden meist registerweise gepaart – also eine Textur für die Violinen, eine für die Holzbläser – wobei hie und da Solopassagen aufblitzten.

Radiowellen von den Uranus-Ringen

Den Abschluss des Porträtkonzerts bildete Claudia Kienzlers «1804_NASA – 13 Ringe des Uranus». Es war das einzige Stück, das Elektronik einsetzte: Mit einem Oktaviergerät versetzte Kienzler ihre Violine nach unten, sodass ein vermeintlicher Kontrabass erklang. Zudem kam eine Tonspur zum Einsatz, die Radiowellen aus dem All (genauer: der Uranus-Ringe) in den Pool projizierte. Die eisig kalten Sphärenklänge hätten noch lauter sein können. Trotzdem folgte man dem Spacewalk gerne. Das stündige Konzert mit dem Titel «Montaigne Light» war kein Leichtgewicht: Klug programmiert exponierte das Ensemble fünf Mikrokosmen; das Konzert startete und endete in den Weiten des Universums, des Makrokosmos.

Weitere Konzerte: Samstag 9. Juni, 20.00 Uhr, Saal Herrenhaus Altdorf. Und Sonntag, 10. Juni, 18.30 Uhr, Burgbachkeller Zug.

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