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JUNGSPUND: Ein neuer Leuchtturm

Wenn das nicht zum Purzelbäume-Schlagen ist! Ausgerechnet die in vielen Belangen ein bisschen zu weit östlich gelegene Ostschweiz richtet neu alle zwei Jahre ein Theaterfestival für Kinder und Jugendliche aus.
Brigitte Schmid-Gugler
Gabi Bernetta öffnet den Vorhang für das neue Theaterfestival in St. Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Gabi Bernetta öffnet den Vorhang für das neue Theaterfestival in St. Gallen. (Bild: Michel Canonica)

Brigitte Schmid-Gugler

brigitte.schmid@tagblatt.ch

Es ist einem Rattenschwanz von glücklichen Entscheidungen zu verdanken: Die freie Theatertruppe «Theater Konstellationen» hatte vom Kanton St. Gallen eine über drei Jahre verteilte Förderung zugesprochen erhalten. 2015, als die dritte Tranche des finanziellen Zuspruchs fällig geworden wäre, wurde Jonas Knecht, Mitbegründer und Leiter jener Truppe, als neuer Schauspieldirektor ans Theater St. Gallen gewählt. Die Theaterproduzentin Gabi Bernetta, langjähriges Mitglied von «Theater Konstellationen», hatte die Idee eines Kinder- und Jugendtheaterfestivals schon länger in petto – und erarbeitete ein Konzept. Und siehe da: «Wir stiessen offene Türen ein, als wir beim Kanton vorstellig wurden. Der noch offene Unterstützungsbeitrag konnte umverteilt werden.» Kanton und nun auch noch Stadt St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Pro Helvetia und etliche Stiftungen versprechen sich mit der Förderung der neuen Plattform Beachtung und Resonanz weit über die Ostschweiz hinaus.

Die Szene soll stärker ­vernetzt werden

Das Theater St. Gallen bietet ebenfalls Hand an. Es stellt dem Festival den grossen Theatersaal in der Lokremise gratis zur Verfügung für Festivalzentrum, Aufführungen und Workshops. Das ist eine noble Geste und vermutlich dem früher selber in der freien Szene tätigen Jonas Knecht zu verdanken. Denn oft fehlen freien Gruppen schlichtweg die Mittel, um mit ihren Stücken zu tingeln und teure Mieten für Aufführungsorte bezahlen zu können. Dennoch gibt es sie, die professionelle schweizerische Theaterszene, die sich vom virtuellen Tsunami nicht hinwegfegen lässt und in allen vier Sprachregionen kontinuierlich Stücke erarbeitet für ein junges Publikum. Auch wenn dies unter schwierigen Bedingungen geschieht – Theaterproduktionen besonders für Jugendliche müssen um Zuschauer kämpfen, und Aufführungen beschränken sich häufig auf Klassenzimmer. Auch dafür ist ein Festival gut: «Es bietet jungen Theaterschaffenden die Plattform, sich der Öffentlichkeit und der Presse zu präsentieren und neue Kontakte zu knüpfen», sagt Gabi Bernetta. Die «Jungspund»-Programmgruppe habe grossen Wert darauf gelegt, die gesamte Schweizer Szene und ein breit gefächertes Themenspektrum am Festival zu repräsentieren. «Ich bin überzeugt, dass wir auch hinsichtlich Theaterformen und aktuellen Themen einen guten Mix zusammengetragen haben», sagt die Leiterin der neuen Plattform. Sie, die bis zum plötzlichen Tod von Markus Luchsinger vor acht Jahren Geschäftsleiterin am Theater Chur war, wird am Festival mit ihrer eigenen Theatercompany Triad in Coproduktion mit dem Theater Chur und TAK (Theater Liechtenstein) das Stück «Herzwerk – was Freude macht und Leiden schafft» zu Gast sein. Triad ist seit mehr als zehn Jahren im In- und Ausland zu Festivals eingeladen.

Ein alter Fuchs in der Sparte Kinder- und Jugendtheater ist zweifellos auch Peter Rinderknecht. Sein «Theater für ein wachsendes Publikum» ist seit den 1980er-Jahren international unterwegs. In St. Gallen wird er mit der Koproduktion «Mein Name ist Schaf» zu sehen sein.

Stücke aus der Romandie und aus dem Tessin dabei

Zwei der zwölf eingeladenen Stücke aus drei Sprachregionen werden am Festival ihre Premiere feiern. Neben Assitej, der internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche, sind auch das St. Galler Figurentheater (als zweiter Aufführungsort) und kklick.ch (Ostschweizer Onlineplattform für Kulturförderung an Schulen) als Partner im Boot. Bei den Ostschweizer Lehrkräften sei «Jungspund» auf Begeisterung gestossen. Viele hätten für ihre Klassen bereits Vorstellungen gebucht. Mit dem Stück «Das Lehrerzimmer – eine Passion», eine Koproduktion von «Jungspund» und dem Vorstadttheater Basel, wird das Festival denn auch eröffnet.

Jungspund: Für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 16. 21.2.–3.3. Programm und Tickets: jungspund.ch

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