Junge Mutter gerät ins Visier eines Hackers

Arno Renggli
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Thriller Wie wäre es mit kühlender Sommerlektüre aus dem ­Norden? Im Thriller von Pauliina Susi, die dafür den finnischen Krimipreis gewann, gerät die alleinerziehende Mutter Leia in einen virtuellen Albtraum: Jemand schickt Drohungen per SMS, sperrt Konten und Kreditkarten. Liegt es daran, dass sie für ein brisantes Forschungsprojekt tätig ist? Der wahre Hintergrund: Ein mächtiger Politiker hat sich auf einen schlüpfrigen Internetchat mit einer Minderjährigen eingelassen, wovon ein Video existieren soll. Sein skrupelloser Berater will das Video um jeden Preis verschwinden lassen. Und die Spuren führen zu Leia, die nichts davon ahnt.

Um Druck auf sie auszuüben, wird ein Computernerd engagiert. Der haust nach der Trennung von Frau und Sohn in einer Absteige voller Computer, ernährt sich von zahllosen Energydrinks und verdient sich als kriminelles Hackergenie sein Geld. Doch ausgerechnet er wird quasi zum Helden der Story, als er realisiert, dass er mit seinen Machenschaften nicht nur Leia in tödliche Gefahr bringt, sondern auch deren Teenagertochter. Der Thriller behandelt auf spannende Art die Gefahren des Webs, auch wenn er die ­Verletzlichkeit von persönlichen Daten etwas zuspitzt. Die Triade der Hauptfiguren, deren Perspektiven sich abwechseln, ist sehr gelungen. Die Story ist gut erzählt und bietet vor allem auch leicht verdauliche Unterhaltung.

Arno Renggli