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Film: Jungautorin entdeckt einen geheimnisvollen Buchclub

Auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, gelingt Regisseur Mike Newell mit «The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society» ein charmantes Drama über den Krieg, die Liebe und Bücher.
Antje Wessels/dpa
Lily James begeistert als die Jungautorin Juliet.

Lily James begeistert als die Jungautorin Juliet.

Auf Deutsch bedeutet «The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society» soviel wie «Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf.» Was sich amüsant anhört, besitzt einen dramatischen Hintergrund: Als sich die Gründer des gleichnamigen Buchclubs zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges plötzlich bei einer nächtlichen Überprüfung durch Nationalsozialisten wiederfinden, liefern die mitgeführten Kartoffelschalen und Bücher die spontane Inspiration für ebenjenen Literaturverein.

Diese Erklärung steht stellvertretend für den gesamten Tonfall des Films, der auf dem gleichnamigen Roman der kurz vor der Fertigstellung verstorbenen Autorin Mary Ann Shaffer basiert. Der für so unterschiedliche Kinowerke wie den Blockbuster «Prince of Persia» oder das Kostümdrama «Great Expectations» verantwortliche Regisseur Mike Newell kombiniert in seinem neusten Werk auf sehr geschmackvolle Weise Dramatisches, Komisches und Amouröses.

Auszeit auf Guernsey

Im London kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gehört Juliet Ashton (Lily James) zu den ganz grossen Nachwuchshoffnungen am Literaturhimmel. Nicht nur ihr bester Freund und Verleger Sidney (Matthew Goode) sagt ihr eine glorreiche Zukunft als Schriftstellerin voraus. Während sie von Lesung zu Lesung reist und von dem Trubel im ihre Person langsam überfordert wird, erhält sie eines Tages einen Brief von der weit abgelegenen Kanalinsel Guernsey. Der literaturbegeisterte Farmer Dawsey Adams (Michiel Huisman) befindet sich auf der Suche nach einem Buch und erhofft sich dabei Unterstützung von der von ihm hochgeschätzten Autorin.

Juliet kommt diese Anfrage gerade recht und sie nutzt sie für eine Auszeit. Sie bricht zu dem ihr unbekannten Briefschreiber nach Guernsey auf und macht dort Bekanntschaft mit dem Literaturverein. Der Buchclub, dem auch Dawsey angehört, entstand zu Kriegszeiten und half seinen Mitgliedern über viele schweren Stunden hinweg, als Guernsey sich unter deutscher Besatzung befand. Juliet glaubt, endlich das Thema für ihr neues Buch gefunden zu haben. Doch die Guernseyer sind von dieser Idee gar nicht begeistert.

Auf der einen Seite steckt «The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society» voller hochdramatischer Momente. Wenn etwa ein Vater aufbricht, um seiner im Garten spielenden Tochter vom Tod ihrer Mutter zu erzählen, ist der Kloss im Hals vorprogrammiert. Gleichzeitig bringen einen die unbeholfenen Frauengespräche zwischen Juliet und der vorlauten, aber einsamen Isola auch gehörig zum Lachen, während sich zwischen diesen konträren Momenten zudem eine zaghafte und in ihrer Zurückhaltung alles andere als klischeehafte Romanze zwischen Juliet und Dawsey entwickelt.

Facettenreiche Figuren

Trotz vorwiegend kleiner Gesten steckt der Film voller Leidenschaft. Die Faszination der so lebensecht gezeichneten Figuren mitsamt ihrer bisweilen traurigen Hintergrundgeschichten sind das Herzstück des Films und betonen immer wieder den Zusammenhalt unter den Inselbewohnern während des Zweiten Weltkriegs. Aufdringliche Musik und andere audiovisuelle Spielereien gibt es nicht; sie würden von der zurückhaltend erzählten Geschichte ohnehin nur ablenken.

«Cinderella»- und «Mamma Mia! Here We Go Again»-Star Lily James trägt «The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society» in der Hauptrolle mühelos auf ihren schmalen Schultern. Mit überragender Natürlichkeit gelingt es ihr, die verschiedenen Facetten ihrer Figur glaubhaft unter einen Hut zu bringen, ohne dabei ins Klischee der hilflosen Alleinreisenden abzudriften. Michiel Huisman ("The Age of Adaline") spielt ebenfalls stark auf, muss sich aber schon ein wenig mehr Mühe geben, gegen den Stereotyp des zurückhaltenden Einsiedlers anzukämpfen. Ausgerechnet das Finale wird ihm zum Verhängnis. In Anbetracht des sonst so lebensechten und sympathischen Films, geht die Geschichte einen Tick zu klischeehaft aus.

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