Jüdischer Sprachpapst

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Eduard Engel (1851–1938) war ein bedeutender deutscher Sprach- und Literaturwissenschafter mit jüdischen Wurzeln; er wurde bekannt durch seinen leidenschaftlichen Einsatz für guten Stil und klare, verständliche Sprache – und gegen unnötige «Fremdwörterei». Vier Jahrzehnte lang wirkte Engel als amtlicher Stenograf im Deutschen Reichstag und schrieb in dieser Funktion Reden von Bismarck, Moltke und Treitschke mit.

Er verfasste eine Goethe-Bio­grafie und Bände zur deutschen, englischen und französischen Literaturgeschichte; er pflegte Kontakte zu Literaten in ganz Europa. Unter den National­sozialisten erhielt er Publikationsverbot; seine Pension wurde gestrichen. 1938 starb Engel verarmt in Bornim bei Potsdam. (bk.)