Joe Cocker ist tot

Schwerer Schlag für die Rockmusik: Der britische Rocksänger Joe Cocker ist tot. Der Musiker mit der tiefen Stimme ("Unchain My Heart", "You Can Leave Your Hat On") sei in der Nacht auf Montag im Alter von 70 Jahren gestorben, teilte sein Agent am Montag mit.

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Für seine Reibeisenstimme bekannt: Joe Cocker wurde 70 Jahre alt. (Bild: Keystone)

Für seine Reibeisenstimme bekannt: Joe Cocker wurde 70 Jahre alt. (Bild: Keystone)

"Wir sind sehr traurig", sagte eine Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur dpa in London. Britische und US-Medien zitierten aus einem Schreiben von Cockers Plattenfirma Sony Music, wonach der Sänger an Lungenkrebs starb. Er lebte zuletzt auf einer abgeschiedenen Ranch im US-Bundesstaat Colorado.

So wird er unvergessen bleiben: Joe Cocker beim Jazzfestival von Montreux im Jahr 2002. (Bild: Keystone)
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Joe Cocker bei seinem Auftritt am Arboner Summerdays-Festival im August 2013. (Bild: Donato Caspari)
Legendärer Auftritt: Joe Cocker beim Woodstock-Festival im Jahr 1969. Die für ihn so typische Gestik ist schon deutlich erkennbar. (Bild: Keystone)
Im Jahr 2002 sang Joe Cocker bei einem Konzert für die Queen - das Bild entstand backstage im Buckingham-Palast. (Bild: Keystone)
Hemdsärmel rauf: Joe Cocker war ein bodenständiger Musiker. (Bild: Keystone)
Joe Cocker war jahrelang Alkoholiker. In der Show "Wetten, dass...?" trank er im Jahr 2010 eine Mass mit Fussballer Arjen Robben vom FC Bayern München. (Bild: Keystone)
Legenden unter sich: Joe Cocker mit Bernard Thurnheer in dessen letzter Sendung "Benissimo" am 1. Dezember 2012. (Bild: Keystone)
Mit Herz und Seele Sänger: Joe Cocker bei einem Auftritt im Sommer 2011 in Hamburg. (Bild: Keystone)
Joe Cocker erhielt auch die Goldene Kamera für sein Lebenswerk. (Bild: Keystone)
Bereits im Jahr 2002 war Joe Cocker bei "Wetten, dass...?" zu Gast gewesen. (Bild: Keystone)
Mit Jennifer Warnes interpretierte Joe Cocker Anfang der 80er-Jahre "Up Where We Belong" - ein Riesenhit. (Bild: Keystone)
Im Jahr 2000 liess sich Joe Cocker im Central Park in New York ablichten. (Bild: Keystone)

So wird er unvergessen bleiben: Joe Cocker beim Jazzfestival von Montreux im Jahr 2002. (Bild: Keystone)

Der Mann mit der Reibeisenstimme
Der aus dem britischen Sheffield stammende Joe Cocker war einer der herausragenden Rockmusiker seiner Generation. Er war bekannt für seine Reibeisenstimme und seine eigenwillige Körpersprache auf der Bühne. Erst vor kurzem hatte die Musiklegende ein neues Album für das kommende Jahr angekündigt.

"Er war ohne Zweifel die grösste Rock− und Soulstimme, die Grossbritannien je hervorbrachte", schrieb sein Agent Barrie Marshall am Montag. "Niemand, der ihn jemals live erlebt hat, wird ihn jemals vergessen."

Kollegen zeigen sich bestürzt
Berühmte Kollegen zeigten sich bestürzt. "Ruhe in Frieden, mein guter Freund", schrieb der kanadische Musiker Bryan Adams am Montag beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Du warst einer der besten Rocksänger aller Zeiten."

Ex-Beatle Ringo Starr trauerte ebenfalls. "Goodbye und Gottes Segen für Joe Cocker von einem seiner Freunde. Friede und Liebe", schrieb er. Zu den bekanntesten Liedern des am 20. Mai 1944 geborenen Cocker zählte unter anderem das Beatles-Cover "With A Little Help From My Friends".

Starrs Ex-Kollege Paul McCartney betonte in einer Mitteilung dem Sender iTV zufolge: "Er war ein toller Kerl, ein grossartiger Kerl, der der Welt so viel gebracht hat, und wir werden ihn alle vermissen."

Bei Twitter hoben vor allem viele deutschsprachige Nutzer hervor, dass Cocker nur einen Tag nach dem berühmten österreichischen Entertainer Udo Jürgens starb. "Keine Ahnung was da gerade für eine Nummer bei Gott oder wem auch immer abläuft, aber Joe Cocker ist leider auch verstorben!", schrieb etwa der Comedian Oliver Pocher.

Woodstock brachte den Durchbruch
Geboren am 20. Mai 1944, wurde der Musiker vor allem mit einem Cover des Beatles-Songs "With A Little Help From My Friends" bekannt. Sein Auftritt beim Woodstock-Festival 1969 machte ihn weltberühmt. Die 1970er Jahre waren für Cocker von Drogen− und Alkoholexzessen gezeichnet. "Drogen gab es überall und ich stürzte mich darauf. Und wenn du erst mal in dieser Abwärtsspirale bist, dann ist es schwierig, da wieder rauszukommen. Ich brauchte Jahre, das zu schaffen", sagte er einst.

Erst seine Frau Pam Baker habe ihm geholfen, sein Leben zu ändern. "Sie machte mir klar, dass die Leute mich immer noch singen hören wollten", sagte Cocker einst. Mit seinem Comeback in den 1980er Jahren landet Cocker Hits wie "When The Night Comes", "N'Oubliez jamais" und das Duett "Up Where We Belong" mit Jennifer Warnes, für das er 1983 einen Grammy Award bekam. (sda)