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Künstler Ludwig: «Jeder ist ein Kosmonaut im eigenen Universum»

Ludwig (38) bezeichnet sich als Transmedia-Künstler, der den Kosmos sondiert. Für sein fortlaufendes Projekt hat sich der Franzose im KKL Beromünster installiert. Am Samstag, 23. Juni, kann man mitmachen.
Interview: Edith Arnold
Transmedia-Künstler Ludwig. (Bild: ear)

Transmedia-Künstler Ludwig. (Bild: ear)

Besucherinnen und Besucher können heute im KKL multisensorische Experimente testen, wie es bald echte Kosmonauten tun. Wir trafen Ludwig deshalb auf dem Dietschiberg zum «Talk» auf einem «Spacewalk». Dieser begann bei Dämmerung und endete inmitten eines Sternenhimmels.

Ludwig, wir spazieren über den Dietschiberg, mitten durch eine gestaltete Golflandschaft hindurch. Wie nehmen Sie den Ort wahr?

Als eine Oberfläche des Kosmos, als eine Oberfläche einer Vielzahl von integrierten Räumen.

Das klingt etwas abgehoben!

Soll es auch. Mir gefällt die Vorstellung, andere Möglichkeiten von Raum und Zeit zu entdecken.

Sie sehen kein Designergras, keine Magerwiesen und keine Kirschbäume?

Das Gras ist hier, aber ich finde es interessanter, über die ganze physikalische Welt nachzudenken: Wir bewegen uns auf der Erdoberfläche, gleichzeitig durch den Kosmos. Alles hängt zusammen.

Wo beginnt der Weltraum, wo endet er?

Er beginnt in uns und endet an den Rändern des Universums. Wegen der Schwerkraft leben wir auf der Erde. Und vielleicht sind wir ja selber Aliens für andere Bewusstseinsformen, andere abstrakte oder konkrete Beobachter.

Wie sehen Sie sich selber?

Als Anordnung von Atomen oder Loops, in die Raum-Zeit projiziert.

Das Programm im KKL Beromünster heisst «Swimming the Rings of a Gas Hypergiant». Auf welchen Trip begibt man sich dabei?

Es ist eine Einladung zu einer Expedition in einer Zeitkapsel. Zunächst zeige ich einen Film über extrasolare Wirklichkeiten; solche, die sich in anderen Planetensystemen ereignen. Danach folgt ein Experiment mit all unseren Sinnen. Die Besucher liegen auf Betten. Auf ihren Augen befinden sich Ping-Pong-Bälle. Deren Form und Material verstärken die folgenden Licht- und Klangeffekte im dunklen Raum. Ziel ist, sich an einen neuen Ort zu befördern.

Wohin?

Das ist individuell. Jeder ist sein eigener Kosmonaut in der Raum-Zeit, die er aus seiner Position heraus entwickelt. Das Experiment richtet sich übrigens auch an Astronauten und Kosmonauten, die in Raumschiffen unterwegs sind. Die Idee ist, durch das Licht-Klang-Phänomen eine Verbindung zwischen Erde und Weltraum zu schaffen, den Körper und Geist an einen anderen Ort zu projizieren, in die Struktur der Atmosphäre hinein. Und zwar mehr im Sinn einer imaginären als einer physischen Zeitkapsel.

Der Golfplatz wirkt im Mondschein gerade wie eine Kraterlandschaft. Grillen zirpen durchs Gelände. Sind solche Geräusche nicht auch in Ihrem Film zu hören?

Genau, Grillen und Zikaden klingen ziemlich ausserirdisch. Ich habe Insektengeräusche mit Geräuschen von Wissenschaftlern gemixt, die Radiowellen entfernter Himmelskörper übersetzten.

Unser Skywalk ist bald zu Ende. Dort unten – es könnte kaum besser inszeniert sein: Grünes Licht schweift über einem Bauernhaus! Irdischer Laserpointer oder ausser­irdischer Spuk, Ludwig?

Es könnte sich um lichterzeugende Wesen handeln, für einmal nicht im Meer, sondern in der Luft! (lacht) Sie erinnern mich an die Polarlichter, die ich 2005 auf einer Schottland-Reise erlebte. Auf einmal tanzten grüne Lichter über dem dunklen Horizont. Seither befasse ich mich mit Astrophysik. Eben habe ich eine Doktorarbeit darüber geschrieben.

«Swimming the Rings of a Gas Hypergiant» im KKL Beromünster, Samstag, 23 Juni, ab 18.30 Uhr.

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