Jazz und Schnulzen im «The Who»

Im neuen Rock-Pop-Zentrum in der Lachen gingen bis jetzt fast nur Schüler und Lehrer ein und aus. Jetzt startet die Musikschule eine öffentliche Konzertreihe mit renommierten Bands.

Roger Berhalter
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Der Musiksaal namens «The Who» soll sich bald mit Leben füllen. (Bild: Luca Linder)

Der Musiksaal namens «The Who» soll sich bald mit Leben füllen. (Bild: Luca Linder)

Der Saal heisst «The Who», so wie die englische Rockband, und er sieht auch ähnlich durchgerockt aus. Der Backsteinwand und dem alten Parkett sei Dank, der beim Umbau unter dem Linol zum Vorschein kam. Der Eindruck täuscht, denn der Konzertsaal im Rock-Pop-Zentrum an der Vonwilstrasse ist topmodern. Licht- und Tonanlage sind brandneu, die Fenster sind fast schalldicht, und in den Wänden verstecken sich Kabel, die «The Who» mit dem ganzen Gebäude vernetzen. «Das Haus funktioniert wie ein Tonstudio. Man könnte sogar im oberen Stock Schlagzeug spielen, und es hier unten ins Klangbild mischen», schwärmt Musikschulleiter Helmuth Hefti von den Möglichkeiten im neuen Saal.

Treffpunkt fürs Quartier

Bisher fanden im «The Who» erst einige Bandworkshops und Schülerkonzerte statt. Ab morgen steht der Raum aber allen offen. Bis zum kommenden Juni finden unter dem Titel «Let It Flow» sieben Konzerte statt (siehe Kasten). «Wir wollen das Haus mit Leben füllen», sagt Helmuth Hefti. Er kann sich das Zentrum auch als musikalischen Treffpunkt für das ganze Quartier vorstellen. Musikalische Perlen aus anderen Kulturen – zum Beispiel Oud-Spieler aus dem Iran – seien vorhanden.

Zuerst aber erhalten die eigenen Lehrkräfte eine Plattform, die seit Anfang September im Rock-Pop-Zentrum unterrichten. Auf dem Programm stehen lauter Bands, in denen Musiklehrerinnen und -lehrer spielen, und alle Formationen sind gut in der Konzertlandschaft verankert. The Mozzarellas ist eine Art All-Star-Band, welche die italienischen Schnulzen der 1960er charmant verjazzt. Antonio Malinconico ist eine Kapazität auf dem Gebiet der akustischen Gitarre, und Rosset Meyer Geiger gelten als eines der innovativsten Jazztrios weit und breit.

«Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur hier unterrichten, sondern auch auf Bühnen unterwegs sind, mit den verschiedensten Stilrichtungen», sagt Christian Berger, Gitarrist und Mitglied der Schulleitung.

Slädu und Eric Clapton

Christian Berger wird morgen die Konzertreihe mit seiner Formation Aion eröffnen. Das Quartett ist in neuer Besetzung unterwegs, verschmilzt aber noch immer orientalische Musik mit Jazz. Gut möglich, dass in naher Zukunft auch national oder sogar international bekannte Musiker im «The Who» auftreten werden. So wie Gitarrist Slädu, der schon zur Eröffnung des Hauses spielte. Helmuth Hefti setzt augenzwinkernd auf die internationalen Kontakte von Schlagzeuger Orlando Ribar, dem Leiter der Rock-Pop-Abteilung: «Eric Clapton bei uns auf der Bühne, das wär doch was!»

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