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JAZZ: Die leisen Töne herrschen vor

Mit «Gästezimmer» legt das Augur Ensemble, in dem Schweizer und skandinavische Musiker mitwirken, sein zweites Album vor. Ein jazziges und kammermusikalisches Hörerlebnis.

Im Augur Ensemble, 2011 als Kollektiv gegründet, verbinden sich fünf Musiker aus der Schweiz, Norwegen und Schweden. Aus der Schweiz sind als Gründer dabei: Der 1983 in St. Gallen geborene Pianist und Komponist Fabian M. Mueller und der um ein Jahr ältere Berner Kontrabassist und Komponist Kaspar von Grünigen.

Mueller ist auf seinem Instrument klassisch und im Jazz ausgebildet, von Grünigen, Leiter der Basler Musikschule Jazz, bewegt sich im Spannungsfeld von Jazz und improvisierter Musik. Als Trompeter wirkt der Norweger Eirik Dørsdal, der ebenfalls Komposition studiert hat, mit. Eine musikalische Grenzgängerin in den Bereichen Klassik, Pop, Ambient und Jazz ist die türkisch-schwedische Sängerin, Cellistin und Komponistin Anni Elif Egecioglu. Am Schlagzeug sitzt mit dem Schweden Jon Fält ein gefragter Musiker. Er hat bereits mit dem Pianisten Bobo Stenson oder dem Bassisten Palle Danielsson zusammengearbeitet.

Klangschönheit wird aufgeraut und aufgebrochen

2013 erschien mit «the daily unknown» das erste Album des Ensembles, jetzt doppelt es mit «Gästezimmer» (NORCD) nach.

Gleich mit dem ersten Stück auf dem neuen Album wird klar, wohin die musikalische Reise geht. Es sind die leisen Töne, die vorherrschen. Es geht um Dialog und um das Gespräch, so, wenn der differenziert und variantenreich aufspielende Drummer sich mit der Sängerin «unterhält». Sie improvisiert wortlos, er antwortet mit sparsamem Schlagzeugspiel.

Passagenweise fliesst die Musik harmonisch dahin, dann wieder wird die Klangschönheit aufgeraut und gebrochen. Dies aber nie radikal im Sinne von Free Jazz, sondern durch Pausen und mit dem Schaffen von weiten Hörräumen. In diesen Räumen können sich die Musiker ent­falten.

Treibender Groove, sattes Spiel

Von melancholischer Schönheit, stellenweise in Miles-Davis-Manier, sind die Improvisationen des Trompeters. Immer spannend wird es, wenn der Pianist solistisch zurückhaltend beginnt und dann in einen treibenden Groove übergeht. Der Bassist schafft mit sattem Spiel den Boden und glänzt mit seinen Soli. Mit seiner vielseitigen, flirrenden und dynamischen Musik, alles Eigenkompositionen, ist diesem Ensemble mit «Gästezimmer» ein jazziges und gleichzeitig kammermusikalisches Hörerlebnis auf hohem Niveau gelungen.

Richard Butz

ostschweizerkultur@tagblatt.ch

Zur CD-Taufe tritt das Augur Ensemble auf bei «Kleinaberfein» am 14.1., 17 Uhr, Centrum DKMS (Diözesane Kirchenmusikschule), Auf dem Damm 17, St. Gallen.

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