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«Ja, Hackbrett, das würde mir gefallen»

Töbi Tobler ist seinen ganz eigenen musikalischen Weg gegangen. Davon erzählt er in einem gerade erschienenen Buch. Seinen musikalischen Kosmos kennenlernen kann man auf der neuen CD «Habsat» – oder diesen Samstag im Konzert.
Rolf App
Aus Zufall zum Hackbrett gefunden: Töbi Tobler. (Bild: Stefan Della Pietra)

Aus Zufall zum Hackbrett gefunden: Töbi Tobler. (Bild: Stefan Della Pietra)

Man kann Töbi Tobler momentan in dreierlei Gestalt begegnen. Zum einen auf jener CD «Habsat», die er zusammen mit dem Gitarristen Christian Sutter aufgenommen hat: stimmungsvolle, oft geradezu schwebende Stücke, in denen sich beide wunderbar ergänzen und Toblers Hackbrett mit seinem silbrig heiteren Klang voll zur Geltung kommt.

Mit Heavy-Metal-Potenzial

Zum zweiten ist Töbi Tobler auch live zu hören. Nächsten Samstag etwa tritt er mit Christoph Pfändler auf, der, fast vierzig Jahre jünger als der 1953 geborene Thurgauer Tobler, das Heavy-Metal-Potenzial des Hackbretts hörbar machen will. Wie sich das mischt, das wird interessant zu hören sein.

Schliesslich, Töbi Tobler zum dritten, gibt es noch dieses Buch über «Die neue Volksmusik», in dem er als einer von siebzehn Musikerinnen und Musikern Auskunft über sich und seinen Weg gibt. Töbi Tobler zeigt sich da als eigenwillig-unruhiger Mensch, als einer, der immer wieder Neues ausprobieren muss und nie auf Dauer zur Ruhe kommt. Zumindest musikalisch nicht, denn experimentieren tut er fürs Leben gern.

Doch wie ist der Sohn eines Molkereibesitzers aus dem thurgauischen Eschlikon zu seiner Leidenschaft gekommen? Wie immer spielt Freund Zufall eine zentrale Rolle. Obwohl er schon früh spürt, dass er «gern etwas machen wollte, das mit Künstlern zu tun hat». Noch deutlicher aber spürt er, dass er in kein bürgerliches Schema passt.

Nach der Sekundarschule geht er nach Zürich in den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule. Er will «irgendwohin, wo etwas passiert im Leben». Er lernt einen Elvis-Fan kennen, begeistert sich für die Beatles, gründet mit anderen zusammen eine Band. Ziel des Ganzen für den in seinen eigenen Worten in «familiär desaströsen Umständen» Aufgewachsenen: «Ekstase, Befreiung, Gutgefühle. Wenn sie dich von klein auf kaputtgemacht haben, kannst du dich aufbauen und auf einmal wirst du jemand.» Töbi Tobler ist zuerst Rhythmusgitarrist, dann wechselt er zum Schlagzeug.

Mit ernsthafter Musik hat das nichts zu tun, er spürt es. Bei der «Kreditanstalt» arbeitet er in Bern in der Buchhaltung, daneben besucht er anderthalb Jahre die Jazzschule. «Ich wollte einfach gut werden.»

Bei Tante Nellys Geburtstag

Durch Zufall rückt das Hackbrett ins Blickfeld. Er ist siebzehn, und bei Tante Nellys Geburtstag spielt die Streichmusik Alder. Er beobachtet Emil Zimmermann, «er spielte so souverän schön». Auf der Heimfahrt sagt er: «Ja, Hackbrett, das würde mir auch noch gefallen.» Zum 20. Geburtstag erfüllt ihm sein Vater, ein gebürtiger Appenzeller, den Wunsch.

Eine schwere Zeit folgt. Der Vater hat einen Schlaganfall, Töbi Tobler kehrt nach Hause zurück, um als Milchmann zu arbeiten. Er spielt als Schlagzeuger bei Hardy Hepp und Max Lässer, eines Tages haut er mit zwei Saufkumpanen ab gen Süden. Das Hackbrett nimmt er mit. Und als die Kollegen wieder zurückkehren, bleibt er in Südfrankreich, später in Paris. Und spielt. In der U-Bahn sieht ihn ein gewisser Lionel Rocheman, der ein Folkfestival im Olympia organisiert. «So spielte ich da meine Stücke. Begann also quasi meine Karriere im Olympia in Paris. Geil, oder?»

Das Gegenteil von traditionell

Trotz des verschmitzten Humors: Töbi Tobler tut sich schwer mit seinen Auftritten. Er findet Partner, vor allem einen: Ficht Tanner, mit dem er das «Appenzeller Space Schöttl» startet. Und er entwickelt einen Stil, der weit entfernt ist von einer zu Routine erstarrten Volksmusik. «<Appenzeller Space Schöttl> war das Gegenteil von traditioneller Musik», sagt er.

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