J. K. Rowlings Bilanz der eigenen Jugend

Bekannte britische Autoren wie Ian McEwan, Zadie Smith und Salman Rushdie haben ihre neuen Bücher vorgestellt, heute folgt das unumstrittene Top-Ereignis – der erste Erwachsenen-Roman der Harry-Potter-Autorin Joanne («JK») Rowling.

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Riesenauflage: Rowlings Neuling. (Bild: ky/Franziska Kaufmann)

Riesenauflage: Rowlings Neuling. (Bild: ky/Franziska Kaufmann)

Bekannte britische Autoren wie Ian McEwan, Zadie Smith und Salman Rushdie haben ihre neuen Bücher vorgestellt, heute folgt das unumstrittene Top-Ereignis – der erste Erwachsenen-Roman der Harry-Potter-Autorin Joanne («JK») Rowling.

Auf Deutsch erscheint «A casual vacancy» als «Ein plötzlicher Todesfall». In Vorab-Interviews gibt sich die Autorin gelassen: «Und wenn alle Kritiker das Buch furchtbar finden – damit kann ich leben.» Tatsächlich wird es der im schottischen Edinburgh lebenden, gebürtigen Engländerin auch bei einem schweren Misserfolg an nichts mangeln: Rowlings Vermögen wird auf 848 Millionen Franken geschätzt, ihrem Verlag war das Werk laut Brancheninsidern einen Vorschuss Millionen Franken wert.

«Wie Porridge»

Die Mutter von drei Kindern zwischen 19 und 7 Jahren hat für «Ein plötzlicher Todesfall» ihre eigene Jugend verarbeitet. Das Buch spielt in einer scheinbar idyllischen Kleinstadt in Englands Westen, wo eine Sozialsiedlung der etablierten Bürgerschicht zunehmend ein Dorn im Auge ist. Rowling schreibt mit schwarzem Humor gegen die ihrer Meinung nach undifferenzierte Haltung gegenüber sozial Schwachen an. In der öffentlichen Diskussion werde «über Arme gesprochen wie über einen homogenen Brei, wie Porridge».

Eigene Erfahrungen

Sie selber werde «das Gefühl nie vergessen, wie es ist, in einer Wohnung zu leben, in der Mäuse herumlaufen, und sich scheel anschauen zu lassen, weil man von der Sozialhilfe lebt.» Das war ihr Schicksal zu Beginn der Neunzigerjahre. Sebastian Borger