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World Band Festival: Instrumentale Brillanz und eine Stimme, der alles möglich ist

Mit der hr-Bigband und der britischen Sängerin Clare Teal begann der Konzertsaal zu swingen. Perfekter Bandsound und warm timbrierte Stimme ergänzten sich hervorragend.
Gerda Neunhoeffer
Sängerin Clare Teal entzückte das Publikum im KKL. (Bild: PD)

Sängerin Clare Teal entzückte das Publikum im KKL. (Bild: PD)

Nach den gelungenen Auftakt-Konzerten geht es am World Band Festival hochkarätig weiter: Eine perfekt aufspielende Bigband, dazu eine Sängerin und Entertainerin, die das Publikum im KKL-Konzertsaal am Sonntagvormittag sofort für sich einnimmt. Mit Charme, Witz und einer gehörigen Portion Rhythmus im Blut ist Clare Teal die ideale Interpretin für Swing und Blues.

Die hr-Bigband hat sich einst aus dem Tanzorchester des hessischen Rundfunks entwickelt. Nun spielt sie Jazz und Swing und zeigt gleich mit «Let’s Dance», was sie drauf hat: Die Musiker sind exakt aufeinander eingespielt, trumpfen mit kompaktem Sound auf, aus dem sich einzelne Instrumente klangvoll herausheben, und Jörg Achim Keller ist der coole Bandleader, der mit knappen Gesten das Optimale aus seinen 17 Männern herauslockt. Optimal heisst hier, dass jeder ein hervorragender Solist ist, sein Genre wie im Schlaf zu beherrschen scheint und durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Auch wenn es höchst virtuos zur Sache geht, die Coolness bleibt.

Sie liebt Ella Fitzgerald

Dann erscheint die britische Sängerin Clare Teal, und mit den ersten Tönen ihrer warm timbrierten, ausdrucksvollen Stimme erobert sie den Saal. Sie erzählt manches über die Songs, bekennt ihre Liebe zu Ella Fitzgerald und Peggy Lee. Und wie sie Texte und Melodien gestaltet, bleibt sie nah am Original und ist doch ganz sich selber. «That Old Devil Called Love» erklingt als ruhige Ballade zunächst nur mit Piano und Stimme, die sich klangvoll ergänzen. Sanft kommen die Saxofone dazu, Drum-Set und Bass steuern wiegenden Rhythmus bei. In jedem Ton spürt man Teals Leidenschaft. Das überträgt sich, und man sieht wippende Füsse, lautlos schnipsende Hände und gelöste Mienen im Publikum.

Die Bigband spielt «Jumpin’ At The Woodside» mit starken Akzenten, höchst virtuosen Soli und einem Drive, der sich unaufhörlich steigert. Und doch könnte manches weniger glatt und perfekt, weniger cool und clean vielleicht noch mehr überzeugen.

Beben im Saal

Wenn die vier Trompeten kraftvollen Sound über die Posaunen und Saxofone hinwegschmettern, wenn überaus virtuose Solisten sich gegenseitig beflügeln, dann aber bebt schon mal der Saal. Und wenn alle durch einen kleinen Wink des Bandleaders den Sound zurücknehmen, dann ist das beeindruckend. In «Sentimental Journey» überwiegt weicher Klang, und kleine Verzierungen in den Bläsern geben feinen Kontrast.

Clare Teal hat mit ihrer wandelbaren Stimme tausend Möglichkeiten, die Texte zu gestalten. Wie in «You’re The Top» von Cole Porter nur die Posaunen spielen und sich mit der Stimme vereinen, ist reiner Genuss. Dass die Musiker auch mal den Refrain singen, kommt gut an. Und im offiziell letzten Stück, «Blues In The Night» von Harold Arlen, verschmelzen Band und Stimme zu ruhig fliessenden Blue Notes. Es gibt Zugaben, man hat das Gefühl, Clare Teal könnte noch lange weitersingen. Und man würde es ebenso lange weiter geniessen.

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