In traditionsreichem Haus

Sie gab es und gibt es noch immer: Künstler, die ihre früheren Arbeiten als ungültig, überholt ansehen. Walter Steffen hingegen malt seit über 50 Jahren und ist seinem anthroposophisch inspirierten Werk stets treu geblieben.

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Ganzheitliche Lebensauffassung: Walter Steffen an der Rorschacher Strasse. (Bild: Michel Canonica)

Ganzheitliche Lebensauffassung: Walter Steffen an der Rorschacher Strasse. (Bild: Michel Canonica)

Sie gab es und gibt es noch immer: Künstler, die ihre früheren Arbeiten als ungültig, überholt ansehen. Walter Steffen hingegen malt seit über 50 Jahren und ist seinem anthroposophisch inspirierten Werk stets treu geblieben. Dazu gehört, dass er seine Bilder immer wieder kritisch anschaut und mitunter Jahre später daran weiterarbeitet.

Die Motive haben sich über die Zeit wenig verändert: In Steffens Atelier an der Rorschacher Strasse hängen Landschaftsstücke und Stillleben in frischen, manchmal warmen Farben. Viele der impressionistisch anmutenden Studien sind unter freiem Himmel entstanden, die kraftvollen Ölbilder hingegen im Atelier. Auch für «Fünfstern» hat der Maler die Staffelei nicht verräumt; Farben und Pinsel liegen parat.

Steffens Kunst ist Ausdruck seiner ganzheitlichen Lebensauffassung. Sie spiegelt sich in Farbe, Thema und Form und sogar noch im Material: Steffen malt unter anderem mit Pflanzenfarben nach Rezepten Rudolf Steiners. Auch die Atelieradresse könnte kaum passender sein: Die beiden kleinen Räume gehören zur Liegenschaft der Anthroposophischen Gesellschaft. Früher dienten sie dem bekannten St. Galler Fotografen Otto Rietmann als Studio, er nahm einige Porträts von Rudolf Steiner vermutlich hier auf. Steffen arbeitet im Geiste des grossen Anthroposophen weiter – ein unermüdlicher Maler auf geradlinigem Weg. Kristin Schmidt