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In Paris wird die Wirtschaft im Museum neu erklärt

Paris hat sich für Millionen von Euro ein Museum für Wirtschaft geleistet. Es heisst Citéco und will die Weltwirtschaft verständlich machen.
Sabine Glaubitz
Das Citéco im 17. Arrondissement in Paris. (Bild: pd)

Das Citéco im 17. Arrondissement in Paris. (Bild: pd)

Im ehemaligen Banktresor sind Ausschnitte aus dem Kurzfilm «Die Bank» mit Charlie Chaplin zu sehen. Christian Champin zeigt «Djibrila», eine Kuh-Skulptur aus Metallabfällen, mit der der Franzose auf das Problem der Überproduktion auf der Welt hinweisen will.

Das immer globaler werdende Wirtschaftsgeschehen sei für einen Grossteil der Franzosen ein Buch mit sieben Siegeln, erklärte Philippe Gineste, der Direktor der Einrichtung, deren Konzept weit über das von Geldmuseen und Museen für Nationalbanken hinausgeht. Die Wirtschaftsmechanismen müssten für jeden und jedes Alter verständlich werden, findet er. Als Modell diente der «Citéco» das Museo Interactivo de Economía in Mexiko-Stadt, das vor 13 Jahren als das weltweit erste multimediale und interaktive Wirtschaftsmuseum galt.

Einstiger Sitz der Notenbank

Das Museum liegt im schicken 17. Arrondissement von Paris; es ist in einem Gebäude im Neorenaissance-Stil untergebracht. Im Jahr 1919 wurde es von Frankreichs Nationalbank, der Banque de France, erworben. Heute steht es unter Denkmalschutz, weshalb trotz der umfangreichen Umbauarbeiten vieles an die Notenbank erinnert, die von hier aus den Kurs der damaligen französischen Währung Franc steuerte. Dazu gehört der «Salle de coffres», der Tresorsaal, hinter dessen schwerer Panzertür im Untergeschoss sich noch immer rund 110 Banktresore befinden.

Auch die Zugbrücke existiert noch, die über einen Wassergraben dorthin führt. Nur werden im «Salle de coffres» keine Goldbarren oder Wertpapiere mehr aufbewahrt. Gezeigt wird der Kurzfilm «The Bank» aus dem Jahr 1915 von Charlie Chaplin, und wer will, kann eine eigene Banknote entwerfen. An Fantasievollem fehlt es im Museum nicht. Auf einem nachgebildeten Flughafenscanner werden Objekte durchgeschoben. Dabei wird deren Zusammensetzung gezeigt, um die Wege nachzuzeichnen, die heute unsere Produkte zurücklegen. In einem nachgebauten Konferenzsaal werden Klimagipfel inszeniert, bei denen die Besucher in die Rolle von Staatsvertretern schlüpfen und miteinander verhandeln. Mehr als 50 Videos und über 20 Videospiele, Fotografien und Skulpturen wie die meterhohe Plastik aus Hunderten Federn, Perlen, Muscheln und Münzen machen den Parcours spannend und abwechslungsreich.

Der Umbau hat offiziell mehr als 50 Millionen Euro gekostet, inoffiziell ist von bis zu 100 Millionen die Rede. Finanziert wurde das Projekt von Frankreichs Nationalbank, die heute Mitglied des Europäischen Systems der Zentralbanken ist. Was das genau bedeutet? Ein Besuch der Citéco gibt Antwort darauf.

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