In den Schulen macht es klick

Der Aargau hat sie seit Jahren, ebenso der Kanton Bern, seit August auch die Ostschweiz: Kulturverantwortliche an Schulen. Gestern haben sich Thurgauer Lehrkräfte erstmals getroffen, um sich zu vernetzen.

Dieter Langhart
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Kulturverantwortliche gesucht: Stefanie Kasper, Projektleiterin «Kultur & Schule Thurgau», informiert Lehrkräfte am ersten Netzwerktreffen im Kunstmuseum. (Bild: Nana do Carmo)

Kulturverantwortliche gesucht: Stefanie Kasper, Projektleiterin «Kultur & Schule Thurgau», informiert Lehrkräfte am ersten Netzwerktreffen im Kunstmuseum. (Bild: Nana do Carmo)

WARTH. Ein schönes Wort ist gestern im Thurgauer Kunstmuseum gefallen: «Kulturschule». Denn für Schüler solle der Kontakt mit Kultur selbstverständlich werden, sagte Kulturamt-Chefin Martha Monstein. Jetzt ist der Weg dahin leichter geworden in der Ostschweiz.

Kultur und Bildung verbinden

Die Ämter für Kultur der Kantone Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau haben sich, unterstützt von den Schulämtern, zusammengetan, um für Schulen den Zugang zu Kultur einfach und attraktiv zu machen, um Kultur und Bildung einander näherzubringen. Gesucht werden Kulturverantwortliche in den Schulen als Ansprechpersonen in Sachen Kulturvermittlung. Sie vernetzen sich untereinander, und sie vernetzen Klassen, Kulturinstitutionen und Kulturschaffende miteinander. Und können sich diese Arbeit anrechnen lassen.

Gestern haben sich sechs, sieben Dutzend engagierte Lehrkräfte im Kunstmuseum Thurgau getroffen und sich von Martha Monstein informieren lassen und von Stefanie Kasper und Cornelia Spillmann, den Projektleiterinnen von «Kultur & Schule Thurgau».

Ausserschulische Lernorte

Ziel des Projekts ist «kulturelle Teilhabe», sagte Martha Monstein eingangs. Es gehe darum, dass Schüler ihr kreatives Potenzial erkunden, dass Konzertsäle, Museen oder Künstlerateliers als ausserschulische Lernorte genutzt werden. «Der Kontakt mit Kultur soll selbstverständlich werden.»

Seit August ist kklick.ch online (wir berichteten) – und erspart die bisherige mühsame Suche auf verschiedenen Plattformen. Die vier Bereiche des Informationsportals (AR, SG, TG, übrige Ostschweiz) versammeln Kulturvermittlungsangebote – bewährte wie aktuelle – und listen Anbieter auf.

Übersichtlich und praktisch

Anmelden kann man sich online, also auch ausserhalb der Öffnungszeiten. Gut zu wissen, sagte Stefanie Kasper: einige Kulturvermittler kommen auch in die Schulen. Die Suche lässt sich gezielt eingrenzen nach Sparten, Zielgruppen/Schulstufen und Regionen. Und im Bereich «Informationen» finden sich News und lassen sich Merkblätter und die Broschüren bestellen, die zweimal jährlich erscheinen. «Ich hoffe, dass es auch bei Ihnen klick gemacht hat», sagte Stefanie Kasper.

«Kulturfeuer entfachen»

Im Aargau ist die Fachstelle «Kultur macht Schule» seit bald zehn Jahren ein Erfolgsmodell, sagte Simone Eichenberger, eine der Kulturverantwortlichen im Kanton. Er ist der Ostschweiz noch voraus mit Weiterbildungen für Lehrer oder jährlichen Kulturwochen als festem Teil des Schuljahrs. «Die Arbeit ist riesig – der Erfolg aber noch grösser. Ich entfache das Kulturfeuer, andere legen Holz nach.» Projektleiterin Cornelia Spillman verwies auf die Netzwerktreffen im März und November, die stets an Kulturorten oder bei Kunstschaffenden stattfinden (Kunstmuseum und Ittinger Museum boten anschliessend Kurzführungen und Mini-Workshops für die Lehrerinnen und Lehrer an.) Nicht zu verachten sei der Kulturpass, der den Kulturverantwortlichen Gratiseintritte ermöglicht oder zumindest Vergünstigungen.