Improvisierend nach Japan

St. Gallen Wolfgang Amadeus Mozart habe die Flöte wirklich nicht gemocht, konnten wir kürzlich in dieser Zeitung lesen (Ausgabe vom 9.9.). Vielleicht hätte er seine Meinung aber ganz schnell geändert, hätte er in die neue CD der St. Galler Konzertflötistin Béatrice Rogger hineinhören können.

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Flötistin Béatrice Rogger. Bild: Ralph Ribi (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Flötistin Béatrice Rogger. Bild: Ralph Ribi (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

St. Gallen Wolfgang Amadeus Mozart habe die Flöte wirklich nicht gemocht, konnten wir kürzlich in dieser Zeitung lesen (Ausgabe vom 9.9.). Vielleicht hätte er seine Meinung aber ganz schnell geändert, hätte er in die neue CD der St. Galler Konzertflötistin Béatrice Rogger hineinhören können. Zwei barocke Stücke (Bach und Marais) stehen da drei Werken aus dem 20. Jahrhundert gegenüber. Die Flötistin selbst steuert drei eigene Improvisationen bei. Teilweise fernöstlich inspiriert, überzeugt Béatrice Rogger dabei mit kräftig ausschwingendem Ton, mit deutlich selbstbewusstem Gestalten.

Barocke Elemente gibt es auch bei Piazzolla

Improvisationskunst tut auch den Interpretationen klassischer Musik immer gut. Wie eine Improvisation klingt denn auch die Allemande aus J. S. Bachs Sonate a-Moll. Wie lebendig Béatrice Rogger ihre Flöte beherrscht, zeigt sie dann in einer leichtfüssig, fast pfiffig laufenden Corrente.

Barocke Elemente lässt auch der grosse Tangokomponist Astor Piazzolla aufscheinen, dessen beide Tango-Etüden die Flötistin mit grossem Gestus und grosser Weite darstellt. Nach Fernost geht es auf der spannenden Flöten-CD auch in den durchaus impressionistisch gehaltenen drei Stücken des Franzosen Pierre Octave Ferroud.

Flöte und japanische Kultur scheinen zusammenzugehören: Unter diesem roten Faden reiht Béatrice Rogger eine sehr ansprechende Perlenkette solistischer Stücke aneinander. Im Stück «Mei» des Japaners Kazuo Fukushima wechseln langgezogene Klagen mit scharfen Einwürfen ab. Wiederum überzeugt hier Béatrice Roggers freier, kräftiger, emanzipierter Ton. Bei der morgigen CD-Taufe wird als CD-Pate der Cellist Emanuel Rütsche mitwirken und mit der Flöte im Duo in «The Wistle» von Heitor Villa Lobos zu hören sein. (map)

CD-Taufe: Sa, 17.9., 19.30 Uhr, Katharinensaal am Bohl