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«Mullbrau»-Festival: Impro-Musiker sorgen selber für Auftrittsorte

Mullbau und Kulturbrauerei veranstalten in Luzern regelmässig improvisierte Musik. Mit dem «Mullbrau»-Festival» vom Donnerstag bis Samstag (16. bis 18. August) stellen sich die beiden Lokale erstmals gemeinsam der Öffentlichkeit vor.
Pirmin Bossart
Schnellertollermeier treten am Freitag, 17. August, am "Mullbrau"-Festival auf. (Bild: Gregor Brändli, PD)

Schnellertollermeier treten am Freitag, 17. August, am "Mullbrau"-Festival auf. (Bild: Gregor Brändli, PD)

Drei Tage improvisierte Musik im Schnittbereich von Jazz, Rock, Elektro, Pop und Performance bietet diese Woche das Mullbrau-Festival in Reussbühl/Luzern (vergleiche Apero vom letzten Montag). Es wird von den beiden Veranstaltungsteams des Mullbaus und der Kulturbrauerei organisiert: Zwei Lokale, die seit zehn (Mullbau) respektive fünf Jahren die Impro-Szene von Luzern beleben und befruchten.

Mit der Gründung des Mullbaus vor zehn Jahren wurde diese Szene neu in Schwung gebracht. Das schlichte Lokal in einer ehemaligen Kaffeerösterei ist ein grösseres Zimmer mit einer kleinen Bar. Publikum und Band sind sich so nah wie nie. In den letzten zehn Jahren sind hier über 600 Musiker und Musikerinnen aufgetreten, darunter internationale Grössen wie Peter Brötzmann, Sylvie Courvoisier oder Matana Roberts sowie das Who is Who der Schweizer Impro-Szene.

Impro-Konzerte auch für Kinder

Zu den Gründern des Mullbaus gehört Marc Unternährer. Er erinnert sich: «Vor zehn Jahren, als die Boa geschlossen wurde, gab es für die freie Musik in Luzern ein Vakuum. Auftrittsmöglichkeiten fehlten.» Ohne Subventionsgelder und zunächst auf Kollekte-Basis entwickelte sich im Mullbau ein reger Konzertbetrieb. Parallel wurde mit Impro-Konzerten für Kinder ein ganz besonderes Genre zum Erfolg gebracht.

Relativ früh ist es dem Musiker-Team des Mullbaus gelungen, eine jüngere Generation einzubinden. Mittlerweile sind Sebastian Strinning, Niklaus Mäder und Nils Fischer für die Programmation verantwortlich. Das Dranbleiben hat sich gelohnt. So wird das Lokal inzwischen von Stadt, Kanton und Stiftungen recht grosszügig unterstützt. «Noch immer arbeiten wir daran, bessere Gagen zu bezahlen», sagt Unternährer. Alle Beteiligten im Team arbeiten gratis. Die Erkenntnis: «Ehrenamtliche Arbeit hat einen Wert, es braucht sie.»

Am andern Ende der Stadt, in einem alten Gewerbegebäude neben der Brauerei Eichhof, ist vor fünf Jahren ein weiteres Lokal für freie Musik entstanden. Die Kulturbrauerei ist das (Probe-)Atelier von drei Absolventen der Musikhochschule Luzern. «Ich wollte in erster Linie selber Konzerte spielen und nicht Veranstalter werden», sagt Initiant Raphael Loher zu den Anfängen der «Kulturbrauerei». «Frei improvisierte Musik kann man kaum alleine entwickeln. Die Konzertsituation vor Publikum ist für das Weiterkommen essenziell.»

Die Kulturbrauerei ist ein wichtiger Ort für Studierende und junge Musikerinnen geworden, die hier experimentieren und Neues ausprobieren können. Seit einem Jahr erhält die Kulturbrauerei erstmals Unterstützung von Stadt, Kanton und einigen Stiftungen. «Letztes Jahr konnte ich knapp noch den Klavierstimmer zahlen», erinnert sich Loher.

Die beiden Lokale stehen in keinem Konkurrenzverhältnis, sondern verstehen sich als Ergänzung, wie die Initianten betonen.

Die Kontinuität der beiden Lokale hat dafür gesorgt, dass sich die freie Musik in Luzern wieder besser entfalten konnte. Auch in der Industrie 9, im Neubad oder im Kleintheater Luzern werden immer mal wieder experimentierfreudige Band ins Programm gerückt. «Dank der Offenheit von andern Veranstaltern ist die freiere Szene recht gut abgedeckt, vor allem auch im Vergleich mit andern Städten», bilanziert Unternährer die Entwicklung der letzten Jahre. Das alles hat dazu geführt, dass Luzern mittlerweile zu den Hotspots der freien Musik in der Schweiz gehört.

16. bis 18. August: Mullbrau Festival, Lindenstrasse 32 a Reussbühl/Luzern. Informationen: www.mullbau.ch/programm.html

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