Immer in Bewegung

Mit «Dance Attack» startet Stéphane Fratini in der Grabenhalle ein Projekt, das verschiedene kurze Tanz- und Bewegungstheaterstücke in einem gemeinsamen Programm präsentieren möchte. Morgen zum ersten Mal.

Andreas Stock
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Witzig und pantomimisch: Szene aus dem halbstündigen Stück «Joséphina», das morgen an der «Dance Attack» zu sehen sein wird. (Bild: pd)

Witzig und pantomimisch: Szene aus dem halbstündigen Stück «Joséphina», das morgen an der «Dance Attack» zu sehen sein wird. (Bild: pd)

Die Grabenhalle ist einer der Lokalitäten in der Stadt, die für die freie Tanzszene als Aufführungsort zur Verfügung steht. Zwar weiss Stéphane Fratini, mit der Compagnie Buffpapier selber in der freien Theaterszene tätig, um die Vorteile der Grabenhalle: Gerade auch für den Tanz «bietet der offene, sehr flexibel gestaltbare Raum ideale Voraussetzungen», sagt er. Und man verfüge über einen Tanzteppich sowie die technische Infrastruktur.

Dennoch hätten es Tanzaufführungen in der Grabenhalle vielfach nicht so einfach, stellt das Mitglied der Programmgruppe Bruchteil fest. Fratini ortet dafür verschiedene Gründe: Einerseits gebe es wohl immer noch eine gewisse Scheu vor dem Tanz. Und vor allem Ensembles, die nicht aus der Region kommen, hätten es noch schwieriger, ein neugieriges Publikum zu finden. Anderseits fehle es an einer gewissen Kontinuität, damit sich der Tanz in der Grabenhalle etablieren könne; die zeitlichen Abstände zwischen den Tanzaufführungen seien manchmal gross.

Lebendige, kreative Kunst

Stéphane Fratini möchte dazu beitragen, damit sich diese Zustände vielleicht ein wenig ändern. Darum veranstaltet er morgen am frühen Abend eine erste Veranstaltung unter dem Titel «Dance Attack». «Das Ziel ist es, zeitgenössische Arbeiten im Bereich des Tanzes auftreten zu lassen und die grosse stilistische Vielfalt von Performance bis Bewegungstheater aufzuzeigen». Dabei sollen in Kurzprogrammen sowohl junge, noch unbekannte Tänzerinnen und Tänzer aus der Region, aber auch erfahrene nationale und internationale Ensembles zu erleben sein.

«Ich bin selber kein Tänzer, aber ich mag den Tanz sehr», begründet der Theatermann seine Motivation. «Der Tanz ist eine sehr lebendige, kreative Kunst, immer in Bewegung und auf der Suche nach neuen Bühnensprachen und Verbindungen.» Das möchte Fratini unterstützen, und er hofft, damit ein breiteres Publikum faszinieren zu können.

Wie einst «Querschritte»

Das Konzept, mehrere kurze Choreographien für einen Abend zusammenzufassen, erinnert an die einst regelmässigen Tanzprogramme, die unter dem Titel «Querschritte» während vieler Jahre von der IG Tanz Ostschweiz organisiert wurden. Sie zeichneten sich ebenfalls durch eine stilistische Vielfalt aus und hatten insbesondere jungen Tanzprofis eine Plattform geboten. Stéphane Fratini hatte noch keinen Kontakt mit der IG Tanz, aber der Vorschlag, ob es nicht sinnvoll wäre, für weitere Programme mit dem Verein zusammenzuarbeiten, stösst bei ihm auf offene Ohren: «Daran wäre ich sehr interessiert».

Vier Stücke, vier Stile

Die erste «Dance Attack» bietet morgen vier Choreographien, die jeweils zwischen 15 und 30 Minuten dauern. Die Ausserrhoderin Marianne Tobler machte ihre Ausbildung in Basel und zeigt mit «Danse dans la boîte» ihr erstes Solostück, das Tanz und Performance kombiniert. Die junge Compagnie Fupgarou kombiniert in ihrem Stück «V» Improvisation mit bestimmten Regeln und lässt daraus eine Gruppendynamik entstehen. Für «Wave» liess die Compagnie Dysoundbo sich davon inspirieren, dass sich alles, was wir sehen und hören, um verschiedene Formen von Wellen dreht. International beachtet und an Festivals begeistert aufgenommen wurde «Joséphina» der Compagnie Chaliwaté aus Belgien. Sie verbinden Pantomime, Performance und Tanz zu einer ebenso witzig-charmanten wie berührenden Beziehungsgeschichte.

Morgen So, Grabenhalle, 18 Uhr