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Im Weltall und auf Erden -
ein Opernabend mit zwei Premieren

Das Theater St. Gallen präsentiert mit «Der unsterbliche Kaschtschei» und «Die Nachtigall» zwei unbekannte Werke von Nikolai Rimski-Korsakow und Igor Strawinsky, deren Entdeckung sich sehr lohnt.
Rolf App
Märchenhafte Weltraumlandschaft: Nikolai Rimski-Korsakows «Der unsterbliche Kaschtschei» am Theater St. Gallen. (Bild: Iko Freese)

Märchenhafte Weltraumlandschaft: Nikolai Rimski-Korsakows «Der unsterbliche Kaschtschei» am Theater St. Gallen. (Bild: Iko Freese)

Der böse Kaschtschei treibt mit der von ihm entführten Prinzessin Tausendschön durchs Weltall, während sich auf ihrem Himmelskörper die Kaschtschejewna, seine Tochter, daran macht, Prinz Iwan vom Leben zum Tod zu befördern. Doch wie es so läuft im Märchen: Es kommt alles anders. «Der unsterbliche Kasch- tschei» hat Nikolai Rimski-Korsakow die kurze Oper genannt, die er auf den russischen Märchenstoff komponiert hat. Sie bildet den ersten Teil eines Opernabends, der morgen am Theater St. Gallen Premiere hat und bei dem Dirk Schmeding Regie führt.

Wichtigen Anteil an seiner Realisierung haben Martina Segna mit ihrer Bühne, Frank Lich­tenbergs im ersten Teil sehr futuristische Kostüme, und, vor allem, Johannes Kulz mit seinen Videoprojektionen. Nach der Pause kehren die Zuhörer in Igor Strawinskys «Die Nachtigall» zurück auf Erden und tauchen ein in eine ganz andere, kalte Welt. In sie bringt einzig der Gesang der Nachtigall jene Wärme, die sogar ein ganz moderner Kaiser von China vermisst.

Der Regisseur steht nicht unter Originalitätszwang

Dirk Schmeding liebt Herausforderungen, wie sie ihm hier gestellt werden. «Es ist schön, zwei Opern zu inszenieren, denen die wenigsten Zuschauer je begegnet sind. Ich stehe nicht wie beim bekannten Repertoire unter Originalitätszwang. Denn die Menschen kommen nicht mit einer bestimmten Erwartung; statt dessen lassen sie sich überraschen. Das ist wie eine Frischzellenkur für die Fantasie.»

Und sie werden auch überrascht. Nicht nur davon, dass Schmeding und sein Team unterschiedliche Zugänge gewählt haben, sondern auch von der Musik. Sie ist in ihrer überwältigenden Kraft im Falle von Rimski-Korsakows 1902 uraufgeführten Oper nicht weit entfernt von Richard Wagner. Bei Strawinskys Komposition von 1914 bewegt sie sich von impressionistischer Leichtigkeit im ersten Akt zu jener Prägnanz, die den Rest kennzeichnet und die an den «Sacre du Printemps» vom Jahr zuvor anschliesst.

Im Musikalischen ist Dirk Schmeding glücklich, mit Modestas Pitrenas – dessen Frau Ieva Prudnikovaite die Kaschtschejewna verkörpert – einen Dirigenten an seiner Seite zu haben, der seine Grundauffassung teilt: «Dass wir jedes Stück wie eine Uraufführung betrachten, das heisst es mit neuen Augen sehen sollten.»

Keine «ganz unkniffligen Partien» fürs Ensemble

Überhaupt fällt auf, wie sehr Schmeding sich als Teammensch fühlt. Vielleicht auch deshalb, weil er nicht über ein Regiestudium zu seinem Beruf gekommen ist. Sondern nach dem Studium der Kunstgeschichte und der Arbeit mit Theatergruppen über Assistenzen in Weimar und Stuttgart, bevor er sich 2014 selbstständig machte. Sichtlich erfreut erzählt er vom «wirklich ganz sensationellen» St. Galler Ensemble, mit dem er die «nicht nur wegen der russischen Sprache nicht ganz unkniffligen» Partien erarbeitet hat. Und dankbar berichtet er von jenen Anstössen, die von Bühnen- und Kostümbildnern gekommen sind. «Ich brauche etwas, an dem sich meine Fantasie entzünden kann.»

Eins steht schon fest: Es sind Opernchef Peter Heilker da zwei schöne Entdeckungen geglückt.

Premiere morgen Samstag, 19.30 Uhr, Theater St. Gallen

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