Im Hörspiel bekommt Hunkeler mehr Atmosphäre

Seine nicht allzu wenigen Liebhaber begegnen dem Basler Kommissär Peter Hunkeler seit Jahren in dreierlei Gestalt: Am Anfang steht der Kriminalroman von Hansjörg Schneider, ihm folgen Zweitverwertungen als Hörspiel und oft auch im Film. Wobei der Begriff Zweitverwertung irreführend klingt.

Rolf App
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Ueli Jäggi liest im Radiostudio «Hunkelers Geheimnis». (Bild: SRF/Oscar Alessio)

Ueli Jäggi liest im Radiostudio «Hunkelers Geheimnis». (Bild: SRF/Oscar Alessio)

Seine nicht allzu wenigen Liebhaber begegnen dem Basler Kommissär Peter Hunkeler seit Jahren in dreierlei Gestalt: Am Anfang steht der Kriminalroman von Hansjörg Schneider, ihm folgen Zweitverwertungen als Hörspiel und oft auch im Film. Wobei der Begriff Zweitverwertung irreführend klingt. Denn beides, Hörspiel wie Film, kennt eigene Gesetzmässigkeiten.

Hunkeler: Das ist Ueli Jäggi

Allerdings: Etwas verbindet sie denn doch. Dass da eine Figur ist, die uns wie ein alter Bekannter begegnet. Und die nicht so leicht ersetzt werden kann. Hunkeler eben, den pensionierten Kommissär der Basler Kriminalpolizei, um den sich diesmal einigermassen verwirrend die Ereignisse drehen. «Hunkelers Geheimnis» ist das Hörspiel denn auch überschrieben, mit dessen Ausstrahlung in vier Folgen das Schweizer Radio am Montag beginnt. Und dessen Stimme wieder einmal das knorrige, mit Lebenserfahrung gesättigte Organ von Ueli Jäggi ist.

Ein Mann stirbt

Hunkeler liegt nach einer Operation im Spital. Er hätte gern seine Ruhe, doch neben ihm liegt einer, der ihm keine Ruhe lässt. Fankhauser (Hanspeter Müller-Drossaart) war mal Bankier, noch früher linker Studentenführer. Jetzt liegt er im Sterben. Spätabends bekommt Fankhauser eine Spritze. Am nächsten Morgen ist er tot. Seltsam, denkt Hunkeler.

Aber dann widmet er sich doch lieber seiner Genesung und einem Buch über das Morden im Ersten Weltkrieg. Die Freundin Hedwig (Charlotte Schwab) besucht ihn, sein ehemaliger Kollege Lüdi (Raphael Clarner) kommt vorbei und richtet Grüsse von den ehemaligen Kollegen aus.

Zu melancholischem Jazz

Hunkeler könnte den Toten vergessen. Was er aber nicht schafft. So entwickelt sich ein Fall, dem etwas Konstruiertes eigen ist mit seinen Nebenhandlungen um den absturz-gefährdeten Maler Moor (Ulli von Peinen) und die Enkelin Estelle (Marie Bonnet). Der aber dann doch gefangen nimmt durch seine Atmosphäre.

Helmut Peschina hat den Fall in kurze, prägnante Szenen gefasst, die Peter Kner als Erzähler miteinander verbindet. Martin Bezzola hat dazu eine stimmige, vom Jazz inspirierte Musik komponiert. Manuel Mengis an der Trompete verleiht ihr melancholische Tiefe. Nicht zu unterschätzen ist auch die Rolle der Geräusche, die der Musik eine weitere Ebene hinzufügen.

Hunkelers Alltag

Ein Beispiel nur: Wenn dieser Moor von Marokko schwärmt und dazu der Regen aufs Autodach hämmert, bekommt «Hunkelers Geheimnis» eine grosse Präsenz. Im Buch entwickelt sich vieles recht gemächlich, man kann sich dabei langweilen. Hier bekommt es Farbe. So werden wir in Hunkelers Alltag hineingezogen, in dem er, beinahe nebenbei, einen komplizierten Fall löst.

Radio SRF 1: Hunkelers Geheimnis Montag, 28. März, 14 Uhr. Drei weitere Folgen an den darauffolgenden Montagen (4., 11. und 18. April) zur selben Zeit.