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Das Sinfonische Orchester Arbon ist erstmals in Wil zu Gast

Das Sinfonische Orchester Arbon hat Beethovens «Tripelkonzert» ins Zentrum seiner Winterkonzerte gestellt. Und dafür auch zwei Mitglieder des berühmten Carmina Quartetts als Solisten engagieren können. Und im 110. Jahr des Orchesters klingt's ganz polnisch.
Martin Preisser
Leo Gschwend hat die Idee des Arboner Kulturzentrums Presswerk massgeblich initiiert. (Bild: Urs Bucher)

Leo Gschwend hat die Idee des Arboner Kulturzentrums Presswerk massgeblich initiiert. (Bild: Urs Bucher)

Eigentlich wäre das 110. Jahr ja schon ein Anlass für ein Jubiläum. Das Sinfonische Orchester wartet aber seinen 111. Geburtstag ab, der dann mit einem Konzert samt einem Ball ausgiebig gefeiert werden soll. Aktuell heisst das Motto für die beiden Konzerte am Wochenende «Alla Polacca». Es wird also dem Rhythmus der Polonaise, dem polnischen Nationaltanz, nachgespürt. Heute ist die Polonaise vor allem in ihrer stilisierten französischen Version des 18. und 19. Jahrhunderts bekannt.

Das «Presswerk» ist sein Traum

Seit 1987 Jahren dirigiert Leo Gschwend das Orchester, bereits zum sechsten Mal im Kulturzentrum Presswerk Arbon. Hier Kultur anzubieten, im speziellen Ambiente einer ehemaligen Indus­triehalle, direkt neben der auch im Haus beherbergten Musikschule: Man merkt dem Dirigenten und seit 2017 pensionierten Arboner Musikschulleiter immer noch den Stolz an, für solch ein Zentrum massgeblich Pate gestanden zu haben. Wenn Leo Gschwend durchs Presswerk führt, merkt man: Das ist sein «Baby». «Mein Traum ist wahr geworden», sagt der Geiger und Bratscher. Dass in der über zwanzig Jahre leerstehenden Halle jetzt Kultur stattfinde, sei die «Krönung» seines Wirkens in Arbon. Gschwends Vater hatte 24 Jahre in der Halle bei Saurer gearbeitet, in der am Sonntag das Orchester auftritt. Für Leo Gschwend schliesst sich hier ein Kreis.

Thematische Konzerte als Markenzeichen

Wie seit vielen Jahren wartet das Sinfonische Orchester Arbon nicht mit einem üblichen klassischen Programmablauf, sondern mit einem Konzert auf, das einem Motto, einer Idee nachspürt. Für einen Abend jeweils einen speziellen inhaltlichen roten Faden zu finden, das ist zum Markenzeichen des Orchesters geworden.

«Alla Polacca», also auf polnische Manier, ist der letzte Satz von Beethovens «Tripelkonzert» für Violine, Violoncello und Klavier überschrieben, ein schwungvolles Rondo mit einem volksliedhaften Thema. Leo Gschwend konnte dafür Matthias Enderle, Primgeiger des berühmten Carmina Quartetts, gewinnen, zusammen mit seiner Tochter Chiara Enderle, die seit letztem Jahr im Quartett als Cellistin mitspielt. Am Klavier sitzt die mehrfach international ausgezeichnete Pianistin Hiroko Sakagami, die seit dreissig Jahren an der Hochschule in Luzern unterrichtet.

Erstmals spielen sie gemeinsam

Für Matthias und Chiara Enderle geht mit dem «Tripelkonzert» auch ein Traum in Erfüllung. Erstmals spielen sie es gemeinsam. Der Geiger und die Cellistin sind indes nicht das erste Mal in Arbon zu Gast. 2007 waren sie bereits mit dem Doppelkonzert von Brahms zu hören. Leo Gschwend schwärmt von der Musizierfreude und Authentizität des berühmten Primgeigers.

«Wenn ich noch Geigenschüler wäre, hätte ich Matthias Enderle sehr gerne als Lehrer.»

Nach Beethoven taucht das Orchester in verschiedene Polonaisen-Stimmungen ein. Wehmütig klingt’s in Tschaikowskys Polonaise aus der Oper «Eugen Onegin». Melancholisch komponierte Michael Oginski (1765–1833) seinen «Abschied vom Vaterland» als Polonaise. Er verliess nach politischen Wirren sein Heimatland Polen. Neben einer ­Festpolonaise von Johan Severin Svendsen, einer Begrüssungsmusik für den neuen norwegischen König Oskar 1873, und einer Festpolonaise von Emanuel Chabrier ertönen aus der Feder von Alexander Glasunow in der Suite «Chopiniana» vier Klavierstücke Chopins, die der Russe für grosse Orchester orchestriert hat

Sa, 16.2., 19.30 Uhr, Tonhalle Wil; So, 17.2., 17 Uhr, Presswerk, Arbon

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