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Doris Day - die Ikone einer heilsameren Zeit ist tot

Doris Day ist mit 97 Jahren verstorben. Die Schauspielerin und Sängerin prägte die goldene Hollywood-Ära der 1960er-Jahre wie keine andere.
Lory Roebuck
Bild: Getty (Bild: Getty)

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Sie ist allgegenwärtig. An Hochzeiten, in Fussballstadien, in Kinderzimmern. «Que sera, sera, whatever will be, will be»: Als Doris Day diese unsterblichen Zeilen sang, war sie 32 Jahre alt. Dachte sie zumindest. In Wirklichkeit war sie bereits 34. Doch das sollte die Schauspielerin und Sängerin erst viele, viele Jahre später in Erfahrung bringen.

Schon vor Filmkarriere eine bekannte Sängerin

Als Day mit dem Song 1956 im Hitchcock-Film «Der Mann, der zuviel wusste» ihrem Leinwandpartner James Stewart den Kopf verdrehte, war sie bereits eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Welt. Die in Connecticut im US-Bundesstaat Ohio geborene Enkelin deutscher Immigranten hatte ihre Karriere im Jahr 1939 als Big-Band-Sängerin lanciert. Ihren Traum von einer Karriere als Tänzerin hatte sie nach einem Autounfall begraben müssen. Als Solo-Sängerin veröffentlichte Day von 1951 bis 1966 praktisch jedes Jahr mindestens einen Top-Ten-Hit.

Ein Star mit romantischen Filmkomödien

Ihre klare und geschmeidige Stimme öffnete Day die Türe zu Hollywood. Der Durchbruch als Schauspielerin gelang ihr bereits 1948 mit ihrer allerersten Rolle, im Filmmusical «Zaubernächte in Rio» (1948) von Michael Curtiz. Dank kommerziell erfolgreichen Liebeskomödien wie «Bettgeflüster» (1959), «Meisterschaft im Seitensprung» (1960) und «Ein Hauch von Nerz» (1962) avancierte Day in den 60er-Jahren zu einer der grössten Filmstars der Welt. Auf Filmsets galt sie als Strahlefrau. «Ich möchte auf der Leinwand Spass haben, prächtige Kostüme tragen und schön aussehen», hielt sie in einem Interview fest. «Ich möchte lächeln und andere Menschen zum Lächeln bringen.»

Strahlefrau mit Ablaufdatum

Ihre optimistische Einstellung und ihre heilsamen Filmauftritte stiessen im Zuge der gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche Ende der 1960er-Jahre auf rapide sinkendes Interesse. Als 1968 ihr Ehemann, der Filmproduzent Martin Melcher, verstarb und dabei aufflog, dass dieser Days gesamtes Vermögen veruntreut hatte, erlitt ihre Karriere Schiffbruch. Um finanziell über die Runden zu kommen, spielte Day in der TV-Serie «The Doris Day Show» (1968–1973) mit, obwohl sie laut eigenen Aussagen nie im Fernsehen hatte auftreten wollen. Berühmt wurde die Show vor allem wegen ihres Titelsongs, eine Neuauflage von «Que sera, sera».

Ein Herz für Tiere

Ab Mitte der 70er-Jahre zog sich Day zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück, um Hotels zu eröffnen und um sich um ihre Tierstiftung zu kümmern. «Ich habe noch nie ein Tier angetroffen, das ich nicht mag; dasselbe kann ich nicht von Menschen behaupten», so Day. Darunter litt vor allem ihr vierter Ehemann Barry Comden, der nach der Scheidung 1981 beklagte: «Sie liebte ihre Hunde mehr als mich.» Nach über 20 Jahren Funkstille wagte Day 2011 mit dem Album «My Heart» ein musikalisches Comeback, drei Songs darauf hatte ihr 2004 verstorbener Sohn Terry Melcher produziert. Im Alter von 87 Jahren war Doris Day die älteste Sängerin, die es in England in die Top Ten schaffte. Nun ist ihre Stimme für immer verstummt. Day verstarb am Montag im Alter von 97 Jahren in ihrem Haus im kalifornischen Carmel-by-the-Sea.

Warum sie zwei Jahre älter war

Dass Doris Day zwei Jahre älter war, als sie zeitlebens annahm, erfuhr sie erst im April 2017 an ihrem 95. Geburtstag, als die «Associated Press» ihre Geburtsurkunde mit Jahrgang 1922 fand und darüber berichtete. Anlässlich ihres 97. Geburtstags diesen April gab Doris Day dem «Hollywood Reporter» eines ihrer seltenen Interviews. Darin blickte sie ein letztes Mal auf ihre Karriere zurück – mit derselben Zuversicht, für die sie einst berühmt gewesen war: «Ich bin überglücklich, dass meine Filme auch heute noch Menschen glücklich machen.»

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