«Ich musste den Namen ändern»

Pronto

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Er hat erst einen Song veröffentlicht und wird bereits im Radio gespielt. Crimer, so der Künstlername von Alexander Frei, macht Musik, die klingt wie eine frischere Version von Depeche Mode. Der 27-jährige Rheintaler startet gerade durch.

Sie scheinen es aus dem Nichts direkt ins Radio SRF 3 geschafft zu haben. Wo hat sich Crimer in den letzten Jahren versteckt?

In meinem Zimmer am Com­puter. Seit gut drei Jahren tüftle ich an meinen Songs. Aber aus dem Nichts komme ich nicht, eher aus diesem typischen Indie-Sumpf. Ich hab viel live gespielt. Aber medial wird man halt erst wahrgenommen, wenn man etwas rausbringt, so wie ich jetzt meine erste Single «Brother­love».

Die klingt stark nach 80er-Jahre Elektro-Pop-Sound.

Ja, ich höre sehr viel Musik aus dieser Zeit. Depeche Mode, klar, aber auch Rick Astley oder Lionel Richie. Grosse Popsongs gefallen mir.

Wann ist aus Ihnen ein ­Musiker geworden?

Ich würde mich nicht als Musiker bezeichnen. Ich kann noch nicht einmal Noten lesen. Was ich kann, ist singen. Weil ich aber irgendwann nicht mehr in der Kirchenband mitmachen wollte, habe ich angefangen, mit dem Laptop an Melodien herumzutüfteln.

Heute Abend stehen Sie vor Panda Lux im St. Galler Palace auf der Bühne. Eine typische Rheintaler Connection?

Ja schon, der Gitarrist von Panda Lux war in meiner Parallelklasse. Wir sind Freunde, aber ich war früher ziemlich neidisch auf die Jungs, die waren überall besser und werden es musikalisch wohl auch noch lange bleiben.

Sie sind früher unter dem Namen Batman aufgetreten, nennen sich jetzt Crimer, was hat es damit auf sich?

Wenn du ganz sicher nie über Google gefunden werden willst, dann nenne dich Batman. Im Ernst: Ich hab gewusst, wenn ich jemals ein Album rausbringen will, muss ich meinen Namen ändern. Crimer schien passend. Es umschreibt jemanden, der viele krumme Dinge am Laufen hat, aber immer davonkommt.

Was für krumme Dinge haben Sie denn am Laufen?

Nichts Illegales, aber meine Musik würde ich schon als düster, melancholisch und verschleiert beschreiben. Und wer mich schon einmal auf der Bühne gesehen hat, der fragt sich vielleicht schon, was das für ein seltsamer Typ ist. (kaf)

Fr, 10.2., 21 Uhr, Palace St. Gallen