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Interview

«Ich identifiziere mich mit dem dadaistischen Geist»

Salome Hohl aus Wolfhalden ist ab dem 1. Januar 2020 die Direktorin des Zürcher Cabaret Voltaire. Dort entstand vor über 100 Jahren die Dada-Bewegung.
Christina Genova
Die Ausserrhoderin Salome Hohl übernimmt die Leitung des Zürcher Cabaret Voltaire. Bild: PD

Die Ausserrhoderin Salome Hohl übernimmt die Leitung des Zürcher Cabaret Voltaire. Bild: PD

Zwei Ostschweizerinnen übernehmen am ersten Januar 2020 die Leitung des Zürcher Cabaret Voltaire. Das Haus an der ­Spiegelgasse im Niederdorf gilt als Geburtsort der über 100-jährigen Dada-Bewegung. Die 34-jährige Salome Hohl aus Wolfhalden ist designierte Direktorin und die erste Frau in dieser Funktion. Die Rorschacherin Esther Widmer, Jahrgang 1959, wird Geschäftsführerin. Salome Hohl gibt Auskunft.

Eine freundliche Ostschweizer Übernahme des Cabaret Voltaire, wie kommt das?

Salome Hohl: Es ist ein witziger Zufall und passt gut. Sophie ­Taeuber-Arp, die in Trogen aufgewachsen und in St.Gallen einen Teil ihrer Ausbildung absolviert hat, war eine wichtige Figur in der Dada-Bewegung.

Die Situation des Cabaret Voltaire war in den letzten Jahren nicht immer rosig. Schreckt Sie das nicht ab?

Jeder kulturelle Betrieb dieser Grösse hat es nicht einfach. Mich reizt die Freiheit bei der Gestaltung und dass wir ganz unterschiedliche Gruppen ansprechen können – Kunstinteressierte ebenso wie Theater- oder Literaturbegeisterte, Studenten oder Touristen. Dada ist von der Tradition her interdisziplinär. Wir müssen einen Weg finden, dass sich möglichst viele bei uns zu Hause fühlen. Es gibt nichts, was im Kunstbereich in der Schweiz so bekannt ist wie Dada. Alle halten mal vor unserem Schaufenster an und schauen. Es ist kein verstaubter institutioneller White Cube, das bietet viel Potenzial.

Das Cabaret Voltaire ist ein historischer Ort von historischer Bedeutung. Wie gehen Sie damit um?

Es ist keine Institution mit einer Sammlung. Hier haben wir nur die Adresse und das Haus. Das finde ich grossartig. Wir können hier das historische Erbe sehr frei aktivieren, bearbeiten und in die Gegenwart überführen. Ich verstehe Dada als Befragungsmodus. Und ich hoffe, ich kann die Freude an diesem Erbe weiter intensivieren.

Was hat Sie bewogen, sich für die Stelle zu bewerben?

Ich kann mich mit dem dadaistischen Geist, so wie ich ihn verstehe, identifizieren. Das Cabaret Voltaire ist der perfekte Ort für mich: Vieles, was mich fasziniert, kommt zusammen – das Zeitgenössische, die Kunstgeschichte, das Experimentelle und Gemeinschaftliche. Auch die Vermittlungsarbeit interessiert mich, ich habe sowohl an der Pädagogischen Hochschule als auch an der Universität Zürich studiert. Kollaborationen und Begegnungen sind zentral für mich: Ich möchte Gastgeberin und Gesprächspartnerin sein.

Was werden Sie im Cabaret Voltaire zuerst verändern?

Was ich jetzt schon weiss, ist, dass ich den Eingangsbereich neu gestalten möchte. Erst muss ich mich aber einarbeiten, ich habe viele Ideen. Der langjährige Direktor Adrian Notz wird mich bis Ende Jahr an einem bis zwei Tagen pro Woche auf meine Aufgabe vorbereiten. Daneben unterrichte ich weiter als Dozentin für Kunstgeschichte an der F + F Schule für Kunst und Design. Ich hoffe natürlich, dass viele Ostschweizer ins Cabaret Voltaire kommen werden. (gen)

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