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«Ich bin Teo und nicht mehr Vitus»

Als Wunderkind im Film «Vitus» wurde Teo Gheorghiu einem breitem Publikum bekannt. Inzwischen etabliert sich der 22-Jährige als international erfolgreicher Pianist. Heute abend spielt er mit dem Carmina Quartett das 2. Klavierquintett von Antonin Dvorák.
Martin Preisser
Teo Gheorghiu in Zürich. (Bild: pd)

Teo Gheorghiu in Zürich. (Bild: pd)

Herr Gheorghiu, viele verbinden Ihren Namen mit Ihrer Rolle als Vitus in Fredi Murers Film aus dem Jahr 2005. Hat der Film Ihrer Karriere geholfen?

Teo Gheorghiu: Natürlich hat mir «Vitus» viele Türen geöffnet. Diese Rolle als Wunderkind war eine spannende Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Aber der Film hatte auch negative Auswirkungen. Lange Zeit wurde ich nur über diese Rolle definiert.

Eine andere Festlegung ist ja auch der Begriff des Wunderkindes.

Gheorghiu: Ja, das ist auch so ein Stempel. Wer entscheidet denn schliesslich, wer und was ein Wunderkind ist? Aber die Menschen mögen solche Etiketten. Ich habe diese Wunderkind-Festlegung immer ignoriert und gegen dieses Image gearbeitet. Die Zeit und meine heutige Arbeit als Pianist sind gegen solche Kategorisierungen heilsam.

Es gibt Tausende von jungen Pianisten, die technisch Enormes können. Wie hebt man sich da ab?

Gheorghiu: Klar, einwandfreie Technik ist heute die Grundlage für jede Pianistenlaufbahn. Doch dann geht es darum, vom blossen Pianisten zum wirklichen Musiker zu werden.

Wie gelingt dieser Schritt?

Gheorghiu: Die Noten sind nur das Skelett. Es geht in erster Linie darum, ständig nach der Wahrheit hinter der Partitur zu suchen. Bei jeder erneuten Beschäftigung mit dem Stück gibt es eine andere Wahrheit. Die Kompositionen erscheinen immer wieder in einem neuen Licht. Um wirklich zum Kern der Musik vorzudringen, braucht man Liebe, Interesse, aber auch die Fähigkeit zum Genuss.

Sie sind rumänischer Abstammung. Reihen Sie sich stilistisch in die grosse rumänische Pianistentradition einer Clara Haskil, eines Dinu Lipatti oder Radu Lupu ein?

Gheorghiu: Einen bewussten «rumänischen» Musizierstil habe ich nicht, und wenn, dann höchstens unbewusst in den Genen. Ich war nur einmal in Rumänien. Aber es ist tatsächlich so, dass die Rumänen Dinu Lipatti und Radu Lupu meine Lieblingsmusiker sind. Aber nicht, weil sie Rumänen sind.

Sie trennen zwischen Lieblingsmusikern und Lieblingspianisten.

Gheorghiu: Ja, bei den Lieblingspianisten steht für mich eindeutig Vladimir Horowitz an oberster Stelle. Aber von den lebenden Lieblingsmusikern ist Radu Lupu mein absoluter Favorit. Sein Spiel ist völlig magisch und so geartet, dass man es live erleben muss. Auf den Aufnahmen kommt dieses Jahrhundertkönnen von Radu Lupu leider gar nicht wirklich zur Geltung.

Sie spielen heute als junger Pianist mit dem sehr erfahrenen, seit dreissig Jahren eingespielten Schweizer Carmina Quartett zusammen. Wie habt Ihr Euch gefunden?

Gheorghiu: Die zweite Geigerin, Susanne Frank, hat mir erzählt, sie habe mich beim Bügeln im Radio gehört und sei aufmerksam geworden. Vier Wochen später haben wir schon das erste Konzert miteinander gespielt.

Wie profitieren Sie von dieser Zusammenarbeit?

Gheorghiu: Für mich ist es sehr bereichernd, als junger Musiker mit einem weltweit konzertierenden und erfahrenen Streichquartett zusammenzuarbeiten und auf höchstem Niveau mein kammermusikalisches Repertoire aufzubauen. Das ist eine grosse Freude und ein grosses Glück.

Heute Fr, 13.3., 19.30 Uhr, Tonhalle St. Gallen (Meisterzyklus)

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