Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Wechsel im Opernhaus Zürich: Intendant Homoki bleibt, Noseda kommt

Früher als geplant legt Dirigent Fabio Luisi sein Amt nieder. Gianandrea Noseda übernimmt seine Position.
Rolf App
Gianandrea Noseda, Generalmusikdirektor ab September 2021, links, mit seinem Vorgänger Fabio Luisi ander Medienkonferenz des Opernhaus Zürich. (Bild: Melanie Duchene/KEYSTONE)

Gianandrea Noseda, Generalmusikdirektor ab September 2021, links, mit seinem Vorgänger Fabio Luisi ander Medienkonferenz des Opernhaus Zürich. (Bild: Melanie Duchene/KEYSTONE)

In Andreas Homokis Büro steht ein Holzstapel. Jede Strebe ist beschriftet, jede steht für eine Inszenierung des fleissigen Intendanten des Opernhauses Zürich. Siebzig sind es mittlerweile – so viele, dass er das eine Fenster gar nicht mehr öffnen kann. «Ja, wird Zeit aufzuhören», sagt Homoki knapp, als er Anfang Mai auf den in die Höhe geschossenen Stapel angesprochen wird. Gestern nun stellte sich heraus: Der Stapel kann weiter wachsen, hinzu kommen werden ganz gewiss noch die vier Teile von Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen».

Andreas Homoki, Intendant Opernhaus Zürich. (Archivbild: Walter Bieri/Keystone)

Andreas Homoki, Intendant Opernhaus Zürich. (Archivbild: Walter Bieri/Keystone)

Der Verwaltungsrat hat nämlich Homokis Vertrag um weitere drei Jahre verlängert. 2025 soll dann Schluss sein, sagt Homoki, «ich möchte mich dann auf die Regie konzentrieren». Schwer gefallen ist dem Verwaltungsrat dieser Schritt nicht. «Wir wären blöd gewesen, wenn wir es nicht getan hätten», sagt Markus Notter, dessen Präsident. Zu erfolgreich sind Homoki und sein Team, die seit 2012 an der Arbeit sind, und zwar unter künstlerischen wie unter ökonomischen Gesichtspunkten.

Ob das Team beieinander bleibt, diese Frage stellte sich indes schon. Im Falle von Ballettdirektor Christian Spuck ist es so, auch sein Vertrag wird bis 2025 verlängert. «Das Ballett Zürich ist momentan sehr erfolgreich», sagt er. «Trotzdem sehe ich meine weitere Arbeit als grosse Herausforderung.» Er will vieles hinterfragen und «künstlerisch ein bisschen mehr Risiko fahren». Nicht mehr dabei sein wird Fabio Luisi als Generalmusikdirektor. Er hat sogar angeboten, seine Amtszeit um ein Jahr zu verkürzen, damit sein Nachfolger vier Jahre Zeit hat, um in seinen Dirigaten sein Gesicht zu zeigen. Luisi wird dem Opernhaus weiterhin als Gastdirigent verbunden bleiben.

Dirigent Gianandrea Noseda in Zurich, Switzerland. (Bild: Claudia Herzog/AP)

Dirigent Gianandrea Noseda in Zurich, Switzerland. (Bild: Claudia Herzog/AP)

Noseda muss zuerst einmal leer schlucken

Dieses Gesicht gehört dem 55-jährigen Italiener Gianandrea Noseda, der in der vergangenen Saison in Zürich Prokofjews «Der feurige Engel»und die Wiederaufnahme von Verdis «Macbeth» dirigiert hat. Als Andreas Homoki ihn in Washington anrief, wo Noseda das «National Symphony Orchestra» leitet, und gerade­heraus fragte, ob er mit ihm den «Ring» machen wolle, musste Noseda zuerst einmal leer schlucken. Denn noch vor zwei Jahren habe er zu seiner Frau gesagt, den «Ring des Nibelungen» werde er niemals machen, erzählt Noseda. Mittlerweile ist das Eis gebrochen, Wagner kann kommen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.