HOLLYWOOD-DIVA: Ein Leben voller Skandale

Zsa Zsa Gabor ist fast 100-jährig in Los Angeles gestorben. Die Schauspielerin war auch für ihre zahlreichen Ehen bekannt, ihre Affären und ihr loses Mundwerk.

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«Ich habe nie einen Mann so sehr gehasst, dass ich ihm seine Diamanten zurückgegeben hätte»: Sexsymbol Zsa Zsa Gabor hinterliess legendäre Zitate. (Bild: UPI/KEY)

«Ich habe nie einen Mann so sehr gehasst, dass ich ihm seine Diamanten zurückgegeben hätte»: Sexsymbol Zsa Zsa Gabor hinterliess legendäre Zitate. (Bild: UPI/KEY)

Hollywood-Legende Zsa Zsa Gabor ist tot: Die aus Ungarn stammende Schauspielerin sei im Alter von 99 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts in ihrer Villa in Los Angeles gestorben, teilte ihr Ehemann Prinz Frederic von Anhalt am Sonntag mit. Gabor war seit längerem bettlägerig und schwer krank.

Die Miss Ungarn 1936 war in der Nachkriegszeit als Schauspielerin und Sexsymbol bekannt geworden. Später sorgte die Hollywood-Diva vor allem durch ihre zahlreichen Ehen mit schwerreichen Männern für Schlagzeilen. Um ihr Geburtsjahr machte die Schauspielerin immer ein Geheimnis. Wahrscheinlich wurde Gabor am 6. Februar 1917 als Zsuzsanna Sari Gabor in Budapest geboren.

Heirat mit dem Erfinder der Barbie-Puppe

Ihre Jugend verbrachte die Schauspielerin in der Schweiz, nach einer Ausbildung an der Wiener Musikakademie gab Richard Tauber ihr eine Rolle in der Operette «Der Singende Traum». Auch ihre Schwestern Magda und Eva traten als Schauspielerinnen auf. 1941, nach der ersten geplatzten Ehe mit einem türkischen Diplomaten, zog Gabor mit ihrer Familie in die USA.

Mit ihren Sprüchen traf sie stets ins Schwarze. «Ehemänner sind wie Feuer – unbeaufsichtigt gehen sie aus», sagte sie einmal. Auf die Frage von Journalisten, wie viele Ehemänner sie nun wirklich hatte, antwortete Gabor schlagfertig: «Meinen Sie, abgesehen von meinen eigenen?» Und ihr Millionenvermögen erklärte sie so: «Ich bin eine grossartige Haushälterin. Jedes Mal, wenn ich einen Mann verlasse, behalte ich sein Haus.»

Zu ihren Ehemännern zählten der Schauspieler George Sanders, der Industrielle Herbert Hunter, der Erfinder der Barbie-Puppen, John W. Ryan, und ein texanischer Öl-Erbe. Kurios auch ihre Eheschliessung mit dem spanischen Grafen Felipe de Alba 1982: da ihre siebente Ehe mit dem Rechtsanwalt Michael O’Hara noch nicht rechtsgültig geschieden war, dauerte die Bindung mit de Alba nur einen Tag.

Glaubte man Zsa Zsa Gabor, so liess sie John F. Kennedy, Elvis Presley und Henry Fonda abblitzen, hatte aber eine Affäre mit Frank Sinatra. In «Moulin Rouge» (1952) durfte sie unter der Regie von John Huston ihren Co-Star José Ferrer verführen, doch in weiteren Hollywoodfilmen wie «Lili» und dem Science-Fiction-Streifen «In den Krallen der Venus» war Gabor in Nebenrollen meist nur schönes Dekor.

Doch mit Skandalen und Klagen schaffte es Gabor immer wieder ins Rampenlicht. 1989 ohrfeigte sie einen Verkehrspolizisten, der ihr einen Strafzettel geben wollte. Das brachte der Diva drei Tage Gefängnis ein und einen Auftritt in der Leslie-Nielsen-Komödie «Die nackte Kanone 2 1/2» (1991), in der sie sich selbst parodierte.

1994 stritt sie sich mit der Schauspielerin Elke Sommer vor Gericht. Sommer gewann den Prozess gegen Gabor und deren Ehemann, die Beleidigungen gegen sie verbreitet hatten. Gabor verklagte ihre einzige Tochter aus der Ehe mit dem Hotel-Magnaten Conrad Hilton 2005 wegen Betrugs auf Schadenersatz. Die Tochter wies die Vorwürfe vor Gericht zurück. Sie starb 2015 im Alter von 67 Jahren.

Am 14. August 1986 heiratete Gabor den 30 Jahre jüngeren Frederic Prinz von Anhalt, Gatte Nummer neun. Das Leben der Diva soll sich in ihren letzten Jahren vorwiegend hinter den Mauern der Bel-Air-Mansion abgespielt haben, eine 28-Zimmer-Villa, in der einst Elvis Presley gewohnt hatte.

Leiche soll plastiniert werden

Nach einem Autounfall 2002 war Gabor an Bett und Rollstuhl gefesselt, 2005 erlitt sie einen Schlaganfall. Nach einem Sturz aus dem Bett setzten ihr die Ärzte 2010 eine neue Hüfte ein. Wegen einer Infektion wurde ihr später das rechte Bein teilweise amputiert. Gabor liess sich im Spital bereits von einem Priester die Krankensalbung erteilen. Tags darauf kehrte sie aber auf eigenen Wunsch wieder nach Hause zurück. Im gleichen Jahr vermeldete Gabors Ehemann, dass sie nach ihrem Tod plastiniert werden wolle. Seine Frau träumte immer davon, dass ihre Schönheit unvergänglich bleibt. Die Leiche soll dann mit der «Körperwelten»-Show des ­Plastinators Gunther von Hagens auf Welttournee gehen. (sda)