Hochzeitsmusik für den Dancefloor

Auf seiner dritten Europatour gastiert Omar Souleyman erstmals in St. Gallen. Der Syrer erobert mit seiner arabischen Folk-Techno-Musik, die an Hochzeiten gespielt wird, die Clubs der Welt.

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Omar Souleyman: Stillsitzen wird bei seiner Musik schwerfallen. (Bild: pd)

Omar Souleyman: Stillsitzen wird bei seiner Musik schwerfallen. (Bild: pd)

Im Palace ist morgen ein aussergewöhnliches Worldmusic-Konzert zu erleben. Mit Omar Souleyman kommt ein Popstar aus Syrien zu Besuch, der in seiner Heimat längst als eine lebende Legende gilt. Und der seit wenigen Jahren auch in der westlichen Musikwelt als Party-Zeremonienmeister gefeiert wird.

Wilde, intensive Songs

Der 1966 geborene Souleyman hat in Syrien als Hochzeitsmusiker begonnen. Mit seinen Mitmusikern interpretiert er die traditionellen Reihentänze Dabke auf neue Weise. Dabei verbinden sie ihre eigene syrische Folkmusik mit moderner, irakischer Choubi-Musik sowie weiteren arabischen Traditionen; diesen Mix kombinieren sie mit schnellen, pumpenden Beats, verzerrten Saiteninstrumenten und Keyboards. Daraus entsteht ein tanzbarer, elektrisierender und für westliche Ohren etwas exotisch-fremd klingender Folk-Techno-Pop. «Rasende Beats explodieren, führen in die 90er-Jahre-Trance», umschrieb es der englische «Guardian». Vor ein paar Jahren entdeckte ein amerikanischer Produzent die wilden und intensiven Songs und meist improvisierten Reime. Auf dem Label «Sublime Frequencies» sind seither mehrere Alben mit der arabischen Partymusik erschienen und haben den Sound von Souleyman in die Welt hinausgetragen.

Mit Björk gearbeitet

Mittlerweile hat er zahlreiche Konzerte in angesagten Clubs und an grossen Festivals wie dem «Sonar» in Barcelona oder am Glastonbury Festival gegeben. Und Musiker wie die Isländerin Björk wurden auf ihn aufmerksam: auf Björks Album «Crystalline» finden sich Remixe von Souleyman.

Mit zum Markenzeichen der Auftritte des Musikers mit dickem Schnauz gehört die traditionelle Kopfbedeckung, die rot-weiss karierte Kufiya, der helle arabische Anzug mit Stehkragen sowie eine dunkle Sonnenbrille; eine eigentlich alltägliche arabische Männerkleidung. Eine Kleidung freilich auch, die in der westlichen Welt zu einem dämonisierten Image entstellt wurde. Erfreulich also, wenn Omar Souleyman ob seiner mitreissenden Musik und begeisternden Auftritte auf den Dancefloors der Welt ein anderes Bild Arabiens vermitteln kann. (pd/as)

Morgen Fr, Palace, 22 Uhr (Tür 21)