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Hippie oder Yuppie

LESBAR LITERATUR
Hansruedi Kugler
Bild: Hansruedi Kugler

Bild: Hansruedi Kugler

LESBAR LITERATUR

Sogar das Handy hat man ihr abgenommen. Ein Burn-out mit Ende zwanzig ist ziemlich extrem. In der Klinik hat die 29jährige, gestresste Unternehmensberaterin Elena Zeit, sich an jenen Sommer zu erinnern, den sie verdrängt hat – der aber so entscheidend war. Denn sie wollte damals alles anders machen als ihre 68er-Mutter. Inge Kutter hält die zwei Generationen einander entgegen – schroff und pointiert. Hier wird weder verklärt noch dämonisiert, was als Zeitanalyse hervorragend funktioniert und zudem leicht und klug erzählt wird. Das erstaunt nicht, schreibt Inge Kutter doch als Journalistin für die Wochenzeitung «Die Zeit». Auf der Figurenebene sind beide, Mutter und Tochter, auf sehr unterschiedliche Weise gescheitert. Die Mutter ist aus dem revolutionären Frankfurt ihrem Freund ins ländliche Bayern gefolgt und verliert dort nach und nach ihre emanzipatorischen Ideale. Sie versinkt schliesslich in einer Depression. Die Tochter, die alles besser machen will, scheitert ebenfalls.

Inge Kutter: Hippiesommer. Roman. Arche-Verlag 2016. 206 S., Fr. 26.90.

Die Identität der Körper

Ein hochintelligenter Roman hat man hier vor sich: ein Identitäts-Thriller in einem Beziehungsdreieck. Geschrieben von einer 30jährigen New Yorkerin. Die beiden jungen Frauen A und B leben in einer symbiotischen Frauen-WG in New York. Während A als Redaktorin arbeitet und eine Beziehung zu einem Mann C mehr beiläufig hat, als wirklich pflegt, scheint B vor allem damit beschäftigt, A immer ähnlicher zu werden. In diesem Roman schauen die Figuren sehr viel TV, schauen sich Haifisch-Dokumentationen, Werbespots, Gameshows und Pornofilme an. Vor allem aber sind sie fixiert auf die Selbstbeobachtung, auf ihren Körper. B ernährt sich vor allem von synthetischen Keksen und A bemuttert B – eine gruselige Symbiose. Mit sachlichem und unterkühltem, ja chirurgischem Blick auf Obsessionen und abstruse Essstörungen der Figuren führt Kleeman eine ganze Generation vor.

Alexandra Kleeman: A wie B wie C. Roman. Kein&Aber 2016. 352 S., Fr. 28.90.

Bild: Hansruedi Kugler

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