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Piano-Festival: Himmlischer Höhepunkt

Fritz Schaub

Das Schlusskonzert des Piano-Festivals endete mit einem monumentalen Zyklus, der den Walzer im Titel trägt, zu dem man unmöglich tanzen kann. Umso faszinierender verfolgte man am Sonntagabend die Metamorphosen, die Beethoven und sein Interpret Piotr Anderszewski (49) im Zick-zackkurs ausbreiteten.

Mit keinem andern Werk ist der polnische Ausnahmepianist mit ungarischen Wurzeln so sehr verbunden wie mit Ludwig van Beethovens «33 Veränderungen über einen Walzer von Anton Diabelli». Schon als 19-Jähriger studierte er das Werk ein, stellte es 1990 im Klavierwettbewerb von Leeds vor, den er jedoch nach dem Halbfinal verliess, weil er mit sich selbst unzufrieden war.

Charaktere wechseln schnell und brüsk

Im Zickzackkurs, aber nicht im Eiltempo durchmisst Anderszewski zugleich entspannt und konzentriert die Metamorphosen. Zickzack deshalb, weil bei kaum einem andern Werk die Charaktere so schnell und brüsk wechseln, Humorvolles, ja Sarkastisches neben Erhabenem steht. Beethoven mochte ja den Walzer nicht, den der Verleger ihm wie 50 andere vorschlug. Er rächte sich damit, dass er gleich 33 Variationen schrieb. Und dabei das Thema nach allen Noten derart auseinandernahm, dass der Walzer im Verlauf kaum mehr wahrzunehmen ist. Umso mehr dafür anderes. Je weiter Anderszewski sich am Steinway-Flügel vorarbeitete, umso mehr verfeinerte und vertiefte sich sein Spiel, um im «Largo, molto espressivo» und im filigranen Menuett den himmlischen Höhepunkt zu erreichen.

Anderszewski überlegte lange, was er dem Beethoven-Werk gegenübersetzen sollte. Das konnte eigentlich nur Bach sein. In der Tat spielte der Künstler vor der Pause sechs Präludien und Fugen aus dem zweiten Band des Wohltemperierten Klaviers, ­wobei er die Formenstrenge mit einem wunderbar kantablen Ton und starker innerer Beteiligung belebte.

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