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Hexenhafte Wesen und ein menschgewordener Brunnen

Beim zweiten St.Galler Performance-Open-Air tobten sich am Samstag Kunstschaffende im Stadtpark aus. Der Anlass war gut besucht.
Nina Keel
Aus dem Kleid der Künstlerin Pascale Grau schiessen Fontänen in alle Richtungen. (Bild: Michel Canonica)

Aus dem Kleid der Künstlerin Pascale Grau schiessen Fontänen in alle Richtungen. (Bild: Michel Canonica)

«Schenkt mir Stichworte, sodass mein Brunnen in Gang kommt!», fordert die Künstlerin im grünen Kleid das Publikum auf. «Mondlicht» wird eingeworfen. Pascale Grau, eine wichtige Exponentin der Schweizer Performance-Szene, setzt zur Spontan-Operette an, und aus den zehn Löchern ihres Kleides schiessen Fontänen in alle Richtungen. Es handelt sich um eine von zehn Performances, die am Samstag im Rahmen des zweiten St.Galler Performance-Open-Airs zu sehen waren.

Der Park als Wohnzimmer, wo man verweilt

Als Austragungsort für den flüchtigen Kunstanlass diente erneut der Stadtpark St.Gallen, der es der Organisatorin Maricruz Peñaloza angetan hat. Eine Parkanlage biete eine konzentriertere Umgebung fürs Performance-Open-Air als etwa die Strasse, wo es vor allem Passanten habe: «Parks, das sind oftmals Wohnzimmer, die in den Aussenraum verlagert werden, alles wird mitgeschleppt und verweilt wird während Stunden», so Peñaloza, die auch in Oerlikon eine Performance-Reihe in einem Park verantwortet.

Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
Pascale Grau (Bild: Michel Canonica)Pascale Grau (Bild: Michel Canonica)
Pascale Grau (Bild: Michel Canonica)Pascale Grau (Bild: Michel Canonica)
Pascale Grau (Bild: Michel Canonica)Pascale Grau (Bild: Michel Canonica)
Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)Muda Mathis, Sus Zwick, Sybille Hauert (Bild: Michel Canonica)
12 Bilder

St.Galler Performance-Open-Air im Stadtpark

Begonnen wurde der Performance-Tag beim Ententeich: Stina Kasser in Gestalt eines altertümlichen, hexenhaften Wesens manövrierte etwas verloren ein Boot durch den Teich und vergrub sich in einen Wulst aus Stoffen. Weiter ging es auf der Treppe des Historischen Museums: Visuell bestechend erwies sich die Arbeit «Der Verlust der grossen Werte» von Klarissa Flückiger. Sie trat mit vier Mitperformerinnen auf, die wortlos je eine Allegorie verkörperten, darunter die Gerechtigkeit und die Freiheit. So gut sich die fünf in helle Leine gekleideten Figuren vor dem klassizistischen Bau mit seinen Säulen einfügten, so schwierig stellte sich die Interpretation der Allegorien heraus. Die sich mit weisser Farbe anmalende Figur erwies sich beim Künstlerinnengespräch, das auf die Performances folgte, als Wahrheit. Es hätte sich ebenso um die Gleichheit handeln können, die durch Maskierung ihre Individualität verliert. Im Raum stehen blieb zudem die Frage nach den Konsequenzen, wenn die Werte der Zivilgesellschaft durch gegenwärtige Machthaber ins Wanken geraten. Wollte die Performance einfach aufrütteln oder wurde hier ein zu grosses Thema bloss angeschnitten?

Trompeten auf der Rasenfläche

Während Kasser oder Flückiger in sich geschlossene Elemente des Parks wählten, suchten andere Kunstschaffende seine Weite: Das Trio um Muda Mathis etwa trompetete auf der Rasenfläche. Auffallend war auch die inhaltliche Bezugnahme auf den Stadtpark: «Gewundene Wege sind verschwenderisch krumm!», rief das Trio. Pascale Grau reagierte auf Begriffe wie «Bäume» oder «Performance» mit spontanen Reimen und Ausrufen. Dazu wand sie ihren Fontänen-Körper und sah aus wie ein menschgewordener Brunnen von Max Oertli.

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