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Heute erscheinen die neuen Songs von GeilerAsDu – aber nur als Playlist

Die Luzerner Hip-Hopper GeilerAsDu veröffentlichen endlich neue Songs. Diesmal aber in Form von einer Playlist auf Spotify, die ständig erweitert werden wird. Die Songs werden «ehrlicher» und «intuitiver».
Michael Graber
Mike Walker, DJ Lui-G und Luzi Rast (von links) sind GeilerAsDu. (Bild: Nicole Pfister/PD)

Mike Walker, DJ Lui-G und Luzi Rast (von links) sind GeilerAsDu. (Bild: Nicole Pfister/PD)

Normalerweise geht das so: Band schreibt Songs, probt sie im Probekeller, geht ins Studio, produziert das Album, bestellt die CDs in einem Presswerk, veröffentlicht die Platte. Dazwischen liegen meist deutlich mehr als 12 Monate. Die Themen, das Klangbild, die Stimmung: Vieles ist im Moment der Veröffentlichung eigentlich bereits wieder veraltet. Musik ist nie unmittelbar.

Oder sie war es nicht. Die Digitalisierung eröffnet den Musikern komplett neue Möglichkeiten. Die Wege werden kürzer, die Umwege weniger. Auf einen ganz eigenen Pfad gehen die Luzerner GeilerAsDu. Statt einem Album veröffentlichen sie eine Playlist auf den Streamingdiensten. Diese startet heute Freitag mit vier Songs und heisst «Fyre Festival Diaries», benamst nach dem brachial gescheiterten Fyre Festival:

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In unregelmässigen Abständen folgen dann neue Lieder. Und es sind tatsächlich neue. «Ganz grundsätzlich ist der Plan, dass wir aktuell veröffentlichen», sagt Luzi Rast. Sprich: Der Song ist in den Wochen vor dem Release entstanden. «Es ist spannend, mal nicht in einem Album-­Kontext zu denken», sagt Mike Walker.

«Wir haben keinen genauen Plan»

Es ist eine muntere Runde, die sich an diesem Montagabend in der Wohnung von Luzi Rast mitten in Luzern eingefunden hat. Neben Rast und Walker sitzen da noch der Band-DJ Lui-G, Beatbastler Flew und Schlagzeuger Jwan Steiner, der unter anderem an der Liveumsetzung arbeitet. Man spürt die Lust auf dieses Experiment: «Wir lassen das jetzt passieren», sagt Rast. Wobei «passieren» irgendwie dann doch der falsche Ausdruck ist. GeilerAsDu gehen nicht auf planlose Weltreise, sondern haben sich das nötige Gepäck besorgt und auch die eine oder andere Karte studiert.

Grundlage für die Beats ist beispielsweise eine Studiosession mit weiteren Musikern bei Timo Keller. «Da haben wir zwei Tage einfach gespielt und improvisiert», sagt Steiner. Aus all diesen Aufnahmen schnipseln sie jetzt einzelne Elemente raus und basteln einen Beat. Über diesen wiederum schreiben Walker und Rast ihre Rapparts. Alle paar Wochen haben sie sich ein weiteres Studio reserviert, um die Songs dann aufzunehmen.

«Wir haben keinen genauen Plan», sagt Walker. GeilerAsDu waren auch sonst schon oft etwas mutiger und kümmerten sich nicht gross um Genregrenzen, insofern sei der eingeschlagene Weg einfach konsequent. Lustigerweise sind die ersten vier Songs doch eher «normale» Rapsongs geworden. Auch wenn die Runde «normal» natürlich nicht gelten lassen will, sei es schon so, dass man zum Start noch nicht die grossen Experimente gewagt habe. «Das kann schon noch kommen», sagt Rast. «Das wird noch kommen», ergänzt Flew. «Wir haben bereits recht wilde Beats im Köcher», sagt Lui-G.

«Wir müssen zuerst mal diese Möglichkeiten kennen lernen», sagt Luzi Rast. Alte Denkmuster könne man nicht einfach rasch abwerfen. Bisher haben GeilerAsDu drei Alben veröffentlicht, und sie machen seit über zehn Jahren zusammen Musik. «Es ist eigentlich fast logisch, dass wir mit der Zeit mutiger werden», sagt Mike Walker. Es gehe nicht partout darum, Grenzen auszuloten, aber das Projekt sei ja genau darauf ausgelegt, die eigene Bequemlichkeit etwas abzuschütteln.

Kein grosses Tamtam mehr machen

Als befreiend empfindet Walker vor allem, dass er die Ideen nicht zurückhalten muss. «Bislang überlegte ich immer: Passt dieser Song aufs Album, passt er zum Gesamten?» Alle erhoffen sich, dass die Songs «ehrlicher» und «intuitiver» werden. «Auch weil wir kein grosses Tamtam mehr darum machen, sondern ihn einfach raushauen», sagt Rast. Am Schluss, glaubt Lui-G, werde man nicht weniger Zeit in einzelne Songs investieren als bei einer Albumproduktion, man lasse sie einfach nicht rumliegen, sondern veröffentliche. Der Qualitätsanspruch an sich selber bleibe gleich. «Ich habe den Anspruch, dass jeder einzelne Song geil ist», sagt Walker.

Wie lange diese Playlist gefüttert wird, ist offen. Es kann ein Jahr sein, aber auch mehr. Mal werden mehrere Songs pro Monat erscheinen, mal vielleicht auch gar keiner. Auch ist nicht ausgeschlossen, dass am Schluss doch noch ein Album entsteht. «Aber kaum mit den Songs, die wir für die Playlist machen», sagt Rast. Aber sicher mit den Erfahrungen dieses Experiments.

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