Herzlichen Glückwunsch, liebes Buch!

Vor 399 Jahren starb Spaniens Nationaldichter Miguel de Cervantes Saavedra, vor 399 Jahren starb Englands Nationaldichter William Shakespeare (und vor 451 Jahren wurde er geboren): Der 23. April 1616 war wahrlich ein trauriger Tag für die Literatur.

Valeria Heintges
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Valeria Heintges)

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Vor 399 Jahren starb Spaniens Nationaldichter Miguel de Cervantes Saavedra, vor 399 Jahren starb Englands Nationaldichter William Shakespeare (und vor 451 Jahren wurde er geboren): Der 23. April 1616 war wahrlich ein trauriger Tag für die Literatur. Deswegen gedenkt die Welt der Bücherliebhaber und Bücherverkäufer (das ist nicht immer dasselbe) am 23. April jeden Jahres der beiden Dichter und überhaupt aller Dichter dieser Welt und feiert den Internationalen Tag des Buches.

Die Schweizer Bibliotheken starten heute ihre Imagekampagne Bibliofreak, in der sich Fans von Bibliotheken als solche outen sollen. Buchhändler schicken Journalisten E-Mails mit der Bemerkung «Wäre das nicht ein schönes Thema für den Welttag des Buches?» und weisen hin auf Bücher wie «Lesen als Medizin. Die wundersame Wirkung der Literatur» (Verlag Roger & Bernhard) oder Christopher Morleys «Das Haus der vergessenen Bücher» (Atlantik-Verlag). Und Schweizer Buchhändler schauen traurig in ihre Kassen, auf ihre hohen Franken- und die niedrigen Europreise ihrer Produkte. Der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband kam sogar auf die fiese Idee, die deutschen Verlage zu bitten, die Europreise nicht mehr auf die Bücher zu drucken. Sie hoffen, die Schweizer nach dem Motto «Was ich nicht weiss, bewegt mich nicht zu einer Reise nach Konstanz oder Freiburg» in die nächste Buchhandlung zu locken. Der SBVV sollte wissen, dass Lesen neben Spass auch klug macht und sich Leser nicht für dumm verkaufen lassen. Auf weitere 399 Jahre, liebes Buch!