Herzensangelegenheit

HÖRBAR Eigentlich hatte Jeff Tweedy ein Soloalbum geplant. Der Kopf von Wilco wollte sich von den Fesseln der Band lösen, um neue Wege zu beschreiten. Doch aus dem Alleingang ist eine Kollaboration geworden – und zwar zwischen Vater und Sohn.

David Gadze
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Bild: David Gadze

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HÖRBAR

Eigentlich hatte Jeff Tweedy ein Soloalbum geplant. Der Kopf von Wilco wollte sich von den Fesseln der Band lösen, um neue Wege zu beschreiten. Doch aus dem Alleingang ist eine Kollaboration geworden – und zwar zwischen Vater und Sohn. Auf dem Doppelalbum verarbeitet der US-Musiker, begleitet von seinem 18jährigen Sprössling Spencer am Schlagzeug, einen Schicksalsschlag: Während des Entstehungsprozesses der Platte wurde bei Sue Miller, der Ehefrau beziehungsweise Mutter der beiden, Krebs diagnostiziert. Auch wenn in den Texten nur wenige Stellen explizit darauf verweisen, spürt man in den 20 Songs von «Sukierae» – Millers Spitzname – die Melancholie, welche die Tweedys begleitete. Gerade in Songs wie «New Moon» oder «Where My Love», bei denen das Duo ganz nah am Herzen musiziert. Sonst wechseln sich auf der Platte lautere und leise, rauhe und sanfte Momente ab und machen sie so zu einem schönen Erlebnis, das einzig durch die Überlänge an Wirkung verliert.

Tweedy: Sukierae (Anti/Phonag)

Rückkehr

Sieben Jahre nach dem letzten musikalischen Lebenszeichen kehren Shellac triumphal zurück. Auf «Dude Incredible» – dem fünften Album in zwanzig Jahren – kocht die Band mit den gewohnten Zutaten Gitarre, Bass, Schlagzeug und Steve Albinis wütendem Gesang ein erstklassiges Menu: Rohe, staubtrockene Songs zwischen Noise- und Post-Rock, die die Gehörgänge wund scheuern, im Hals kratzen und wie Feuer im Magen brennen. Dabei zeigt sich das Trio in ungewohnter Spiellaune und kreiert durch Auslassungen und Wendungen viel Dynamik.

Shellac: Dude Incredible (Touch and Go/Irascible)

Neubeginn

Nach dem Ende der Zürcher Punkrock-Legenden The Bucks wagen Sänger Rams und Gitarrist Philip Zeman mit neuem Drummer als R-A-M-S einen Neubeginn. Die 16 Songs ihrer Platte atmen die Ehrlichkeit der Bucks und klingen kein bisschen nostalgisch, sondern frisch.

R-A-M-S: Beaten Up Dogs Don't Dance (Lux Noise/Non Stop Music)

Bild: David Gadze

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