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Herr Mäders kurze Rückkehr oder warum Manuel Stahlberger keinen Comic mehr zeichnen möchte

Im «Haus zur Ameise» zeigt Zeichner Manuel Stahlberger eine neue Episode seiner beliebten Comic-Figur Herr Mäder. Eine Fortsetzung mit dieser ist aber nicht geplant.
Sandro Büchler
Manuel Stahlbergers Comic-Figur «Herr Mäder» spaziert dem Oberen Graben entlang durch St.Gallen.(Illustration: PD/Manuel Stahlberger)

Manuel Stahlbergers Comic-Figur «Herr Mäder» spaziert dem Oberen Graben entlang durch St.Gallen.(Illustration: PD/Manuel Stahlberger)

«Eigentlich wollte ich gar keinen neuen ‹Herr Mäder› zeichnen», sagt Manuel Stahlberger. Das Künstler- und Illustratorenkollektiv vom «Haus zur Ameise», das am Donnerstag seine Eröffnung feierte, bat ihn um einen Beitrag. Stahlberger hat lange überlegt, was er ausstellen wolle. Erst habe er an neuere Werke aus seiner Diaschau gedacht, sagt der Liedermacher, Kabarettist und Comic-Zeichner.

«Die Zeichnungen, die dafür konzipiert sind, wären aber ohne mich etwas merkwürdig.»

Auch alte Zeichnungen auszustellen, sei nicht einleuchtend gewesen. Im letzten Moment habe er sich für seine lange in der Versenkung verschwundene Comic-Figur Herr Mäder entschieden: «Wenn ich nichts zum Ausstellen habe, mache ich eben etwas Neues.»

So sei die Idee entstanden, Herr Mäder neues Leben einzuhauchen. Drei Wochen hat er an den Skizzen gearbeitet. In den Zeichnungen sieht man Herr Mäder mit seinem Hund Bärsau durch die St.Galler Innenstadt flanieren. Auf einem Bild betrachtet Herr Mäder die grosse Baugrube an der Felsenstrasse. «Er ist eben ein Baustellen-Gucker», sagt der Schöpfer über seine Figur. «Und wortkarg.» Im fünfseitigen Comic spricht diese kein Wort. Der Spaziergang endet im «Haus zur Ameise», wo Herr Mäder seinen eigenen Bildern begegnet.

Manuel Stahlberger Liedermacher und Comic-Zeichner.

Manuel Stahlberger Liedermacher und Comic-Zeichner.

Mit anderen Themen beschäftigt

Dass seine Kunstfigur jetzt wieder auftauche, sei eher Zufall, sagt Stahlberger. Denn er habe sehr lange nicht gezeichnet. Von 1998 bis 2005 erschien im Ostschweizer Kulturmagazin «Saiten» monatlich eine neue Episode über Herrn Mäder. Die Abenteuer des Herrn mit Schnauz und Brille wurden ausserdem in zwei Sammelbänden veröffentlicht. Seither ist es ruhig geworden um den liebenswürdigen St. Galler. Nachdem die Kultfigur 2005 von der Bildfläche verschwand, liess Stahlberger Herrn Mäder nur sporadisch auftreten.

«Denn die Themen, die ich mit Herrn Mäder behandeln wollte, begannen sich zu wiederholen.»

Stahlberger sagt, er habe seine Zeit anders einsetzen wollen. «Wenn ich unendlich viel Zeit hätte, wer weiss ...»

Andere Themen dominieren seither Stahlbergers Alltag. Am Freitag erschien das neue Album «Dini zwei Wänd» seiner Band. In den vergangenen Jahren habe sich der Fokus seiner Arbeit verschoben. Musik und Kabarett nahmen mehr Platz ein. Herr Mäder verschwand in der Schublade.

Kein dritter Comicband

Er fühle sich seiner Figur aber nach wie vor verbunden, sagt Stahlberger. «Ich finde Herrn Mäder irgendwie gut.» Die anhaltende Popularität seines Antihelden freut ihn. Gleichzeitig empfindet es Stahlberger als «ein wenig absurd», dass die gezeichnete Figur noch immer auf so grosses Interesse stosse. Lange wird Herr Mäder nicht zu sehen sein. Nach der aktuellen Ausstellung werde die Figur wieder aus der Öffentlichkeit verschwinden.

«Es ist nur eine Episode», sagt Stahlberger. «Herr Mäder taucht jeweils kurz auf – und versinkt dann wieder.»

Mehr vom kauzigen Comic-Helden gibt es also vorerst nicht.

Alle jene, die nun bereits auf einen Nachfolger des vor 13 Jahren erschienenen Comic-Bands «Herr Mäder 2» gehofft haben, werden enttäuscht. Es sei kein dritter Comicband geplant. Immerhin: In der Ausstellung wird eine limitierte Anzahl gedruckter Exemplare des neuen Comics verkauft. «Ein inoffizieller dritter Band», wie es Manuel Stahlberger nennt. Hinweis Die Ausstellung im «Haus zur Ameise» an der Augustinergasse 17 ist bis am 17. März zu sehen.

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