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Heiter bis verhagelt

Villa Kunterbunt
Bettina Kugler

Der gerade zu Ende gegangene April hat seinem zweifelhaften Ruf alle Ehre gemacht. Launisch war er, unberechenbar; eine ständige Kampfansage an die (eher unter Erwachsenen ausgeprägte) Neigung, sich wohlig im Bestehenden einzurichten. Nicht schon wieder Schneeschaufeln! Hatten wir nicht eben erst die Liegestühle auf die Terrasse gestellt? Kurz nach Ostern war bei nasskalten Flocken Donnern zu vernehmen. Zwei Wochen vorher hatte es in der Frühe gehagelt; keine zwei Stunden später standen wir frühlingstrunken in einem Tulpenfeld und schnitten einen Strauss in allen Farben: Basta!

Mit der Stimmung der Mädchen ging es gleich; heiss und eiskalt, heiter bis grollend, in jähem Wechsel. Hatten sie fünf Minuten zuvor juchzend den Feelgoodsong «Happy» auf voller Lautstärke gehört und dazu über Minions gekichert, die schwupps! im Staubsauger verschwinden, so wüteten sie kurz darauf türknallend aus dem Haus. Oder sie machten Gesichter, als habe jemand vor ihren Augen das Lieblingskuscheltier im Kehrichtsack versenkt. Mit Kindern ist das ganze Jahr April. Ein herrlicher Monat, alles andere als lau und langweilig. Mindestens fünfmal täglich blitzt es. Wenig später wärmt man sich an Sätzen wie diesem: «Ich freu mich so und weiss nicht, warum.»

Bettina Kugler

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