Heile, heile Hasendreck

Lesbar Bilderbücher

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Jörg Mühle: Tupfst du noch die Tränen ab? Ab 2, Moritz, Fr. 14.–

Einfühlsames Trösten will gelernt sein. Eilige Eltern, die allzu gerne heulende Häschen auf dem Heimweg vom Spielplatz mit einem deeskalierenden «Alles halb so schlimm» abspeisen und von eventuellen Schürfwunden ablenken, erteilt Jörg Mühle hier sachte eine Lektion: «Lass uns mal schauen.» Von Seite zu Seite erkennen sich Kinder im Stolperalter wieder im kleinen Hasen mit dem Wehweh am Arm. Es blutet sogar! Umso wichtiger, dass jetzt das volle Trostprogramm zum Einsatz kommt: Schauen, Pusten, Pflasterkleben, Zauberspruch et cetera. Zum Mitmachen und Geniessen: Wahres Glück im Unglück!

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Susanne Strasser: So müde und hellwach. Ab 2, Peter Hammer,

Fr. 22.–

Hunger, Durst und noch ein Gutenachtkuss

Hunderte von Bilderbüchern gibt es zum Thema Einschlafen und kindliche Verzögerungstaktiken. Umso verblüffender, dass pfiffige Ideen zwischen Klo, Kinder- und Elternschlafzimmer noch immer nicht erschöpft sind. Susanne Strasser trumpft in ihrer neuen Geschichte mit Humor, Lautmalerei, wirkungsvoller Dramaturgie und einer wunderbaren Pointe auf. Das Kind übernimmt hier die Elternrolle; Schlafprobleme haben die Kuscheltiere: nicht Bär und Häsli, sondern Igel, Krokodil, Seebär... Ob hellwach oder im Tiefschlaf – mit wenigen Strichen sind sie herrlich porträtiert.

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Thomas Müller: Herr Schmidt ist Koch. Ab 3, Moritz, Fr. 17.50

Hinz und Kunz machen einen tollen Job

Schon möglich, dass der eine oder andere Beruf, den Thomas Müller in diesem Buch mit hintergründigem Witz und sozio-zoologischem Gespür in jeweils einem Bild prägnant eingefangen hat, längst nicht mehr existiert, wenn das vergnügte Kind auf dem Schoss einmal ins Erwerbsleben tritt. Der Schwung aber und die Lust, mit denen Herr Dabdoub Früchte verkauft, Frau Struppert Bücher anschleppt, Herr Bock als Gärtner Regenwürmer aufscheucht: Das lässt hoffen, dass passionierte Schaffer weiterhin gebraucht werden. Und um Herrn Klein, den Erbsenzähler, wäre es nicht so schade.

Bettina Kugler